Auschwitz-Prozess gegen SS-Buchhalter unterbrochen

Wegen gesundheitlichen Problemen erschien der 93-jährige Angeklagte Oskar Gröning nicht vor Gericht. Der Prozess läuft bereits drei Wochen.

Der Angeklagte Oskar Gröning mit seinem Anwalt Hans Holtermann am gestrigen Mittwoch im Gerichtssaal in Lüneburg (Niedersachsen).
© dpa Pool

Lüneburg – Rund drei Wochen nach dem Beginn ist der Lüneburger Auschwitz-Prozess gegen den ehemaligen SS-Buchhalter Oskar Gröning am Mittwoch wegen Gesundheitsproblemen des Angeklagten unterbrochen worden.

Der 93-Jährige nicht zur Verhandlung erschienen und werde nun zunächst von seinem Hausarzt sowie einem gerichtlich bestellten medizinischen Sachverständigen untersucht, teilte das Landgericht der niedersächsischen Stadt mit.

Der ehemalige Waffen-SS-Angehörige Gröning ist angeklagt, als Mitglied der Verwaltung des Konzentrations- und Vernichtungslagerkomplexes von Auschwitz während des Zweiten Weltkriegs am Holocaust mitgewirkt zu haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Beihilfe zum Mord in mindestens 300.000 Fällen vor, weil er im Frühsommer 1944 während der sogenannten Ungarn-Aktion das Geld der getöteten jüdischen Opfer verbucht sowie bei einigen Gelegenheiten deren Gepäck bewacht haben soll.

Gröning hatte zum Prozessauftakt ausführlich zu seiner Zeit in Auschwitz ausgesagt und sein Wissen über den dort verübten Völkermord eingeräumt. Ferner erklärt er, er fühle sich „moralisch mitschuldig“ am damaligen Tod von Millionen Menschen. Eine eigene strafrechtliche Schuld räumte der Rentner aber ausdrücklich nicht ein. (APA/AFP)

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