Klettern: EM-Titelverteidigerin Stöhr Favoritin in ihrem „Wohnzimmer“

Innsbruck (APA) - Gleich mit dem Saisonhöhepunkt beginnt die Saison der Sportkletterer kommende Woche in Innsbruck. Bei den Europameistersch...

Innsbruck (APA) - Gleich mit dem Saisonhöhepunkt beginnt die Saison der Sportkletterer kommende Woche in Innsbruck. Bei den Europameisterschaften im Bouldern hat sich das österreichische Team mit acht Damen und fünf Herren viel vorgenommen. „Eine Dame und ein Herr sollten schon den Finaleinzug schaffen“, erwartet sich Sportdirektor Heiko Wilhelm.

Mit dabei in ihrem „Wohnzimmer“ ist Titelverteidigerin Anna Stöhr, die im Vorjahr am Innsbrucker Marktplatz auch den Boulder-Weltcup gewonnen hatte. Nicht mehr aktiv dabei ist Titelverteidiger Kilian Fischhuber. Der Niederösterreicher mit Wohnsitz in Innsbruck hat mit Ende der vergangenen Saison seine Karriere beendet und wird im Rahmen der EM offiziell vom österreichischen Wettkletterverband (ÖWK) verabschiedet.

„Die Vorfreude auf die Heim-EM ist riesengroß“, berichtete Stöhr am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Innsbruck. „Es ist schon ein Kribbeln da.“ Die 27-Jährige ist die „Grande Dame“ unter den rot-weiß-roten Boulderinnen. Zweimal wurde sie Weltmeisterin (2007/11), zweimal Europameisterin (2010/13) und viermal gewann sie den Boulder-Weltcup (2008/11/12/13).

Die Erwartungen bei Stöhr sind groß. „Zumindest das Finale möchte ich erreichen, dann ist alles möglich“, sagte Stöhr, „und ich hoffe, die Fans pushen mich, so wie im Vorjahr. Denn wenn ich Spaß habe, kann ich auch meine besten Leistungen abrufen.“ 5.000 Fans werden am Marktplatz erwartet, die Tribünenkarten für das Finale sind bereits ausverkauft, für das Halbfinale gibt es nur noch wenige Restkarten.

Große Hoffnungen setzt Sportdirektor Wilhelm auch auf Routinier Katharina Saurwein, die ebenfalls den Finaleinzug als ihr Ziel genannt hat. „Erschwerend ist, das es heuer noch keinen Wettkampf gab. Es fehlt uns der internationale Vergleich“, erklärte Wilhelm. Ursprünglich hätte die Boulder-Saison in Grindelwald starten sollen. Doch aus finanziellen Gründen sagten die Schweizer ab. So absolvierte das ÖWK-Team in der Vorbereitung ein zehntägiges Trainingslager in Fontainebleau (FRA) und ein dreitägiges Camp zusammen mit den Deutschen in Köln.

„Köln war wichtig für uns“, erklärte Jakob Schubert, der die rot-weiß-roten Hoffnungen bei den Herren trägt. „Ich habe gesehen, dass ich mit Jan (Hojer, Boulder-Weltcupsieger 2014, Anm.) mithalten konnte.“ Seit einer „gefühlten Ewigkeit“ bestritt Schubert keinen Boulder-Wettkampf mehr. Der Weltcupsieger des Vorjahres im Vorstieg musste letzte Saison nach einer hartnäckigen Finger-Verletzung auf Bouldern verzichten.

„Aber jetzt bin ich verletzungsfrei. Ich habe keine Probleme mehr“, berichtete der Innsbrucker Student, der sich ebenfalls den Finaleinzug zum Ziel gesetzt hat. Wichtig wird für Schubert vorerst die Qualifikation. Da er kein Ranking mehr hat, wird er eine späte Startnummer bekommen. „Da kann schon sein, dass es sehr heiß wird und die Griffe an der Boulderwand schon ‚abgeschmiert‘ sind“, erklärte Schubert.

Die EM wird einer der letzten großen Wettkämpfe am Innsbrucker Marktplatz sein. Denn im Hinblick auf die Weltmeisterschaft 2018 in Innsbruck wird im Osten der Stadt ein neues, modernes und ständiges Kletterzentrum entstehen. Der Spatenstich dazu wird dieses Jahr im Sommer fallen.

~ Das Programm: Donnerstag: 10.00 bis 14.00 Uhr: Qualifikation Herren; 16.00 bis 19.30 Uhr: Qualifikation Damen. Freitag: 18.00 Uhr: Halbfinale (Top 20). Samstag: 19.30 Uhr: Finale (Top 6). ~ ~ Das ÖWK-Team: Damen: Jessica Pilz, Katharina Saurwein, Karoline Sinnhuber, Anna Stöhr, Katharina Posch, Berit Schwaiger, Franziska Sterrer, Anna Vollenwyder. Herren: Jakob Schubert, Lukas Ennemoser, Alfons Dornauer, Georg Parma, Elias Weiler. ~


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