Schwarzbau folgte Verurteilung

Kurz vor den Abrissarbeiten beim Schwarzbau in Uderns drohte der Betroffene dem Bauunternehmer. Versuchte Nötigung für die Justiz.

Der Schwarzbau in Uderns vor den Abbrucharbeiten.
© Dähling

Innsbruck, Uderns –Sieben Jahre dauerte der Rechtsstreit um einen Schwarzbau in Uderns. Erst der Verwaltungsgerichtshof brachte nach einem ersten Abbruchbescheid im Jahr 2007 letztlich 2013 Klarheit. Das oberste Stockwerk der zum Apartmenthaus neu aufgebauten Hofstelle musste wegen nicht bescheidgemäßer Ausführung weg.

Als letzten März die Abrissarbeiten begannen, versammelten sich die Polizei und ein Bauunternehmer vor dem Haus. Darauf setzte sich der Landwirt samt Enkelkind in Richtung des Fahrzeugs des Bauunternehmers in Bewegung und soll ihm mit dem Erschießen gedroht haben, falls er sich an den Abrissarbeiten beteiligen würde.

Ein Polizist nahm das Gespräch aus der Ferne wahr und eilte zu den Kontrahenten. Als der Bauunternehmer dann von der Drohung erzählte und dass er diese auf seinem Handy aufgezeichnet habe, entschuldigte sich der Landwirt schließlich zweifach und zog samt Enkerl ab.

Um versuchte Nötigung ging es darauf gestern am Landesgericht. Der Landwirt brachte vor, dass er nur sein Enkerl schützen und niemanden drohen wollte.

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Verteidiger Thaddäus Schäfer zitierte aus dem römischen Recht, dass hier Aussage gegen Aussage stehe und ein Zeuge für den Schuldbeweis zu wenig sei. Richter Bruno Angerer konterte jedoch, dass im österreichischen Recht die freie Beweiswürdigung gilt. Demnach sei die Version des Angeklagten aber lebensfremd. „Niemand entschuldigt sich für nichts!“ Zur Hälfte bedingte 1440 Euro Geldstrafe ergingen nicht rechtskräftig. (fell)


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