60. Song Contest: Wer über die Sieger entscheidet

Wien (APA) - Die Ermittlung des Siegers des 60. Eurovision Song Contests in Wien wird weitgehend analog zum Prozedere der vergangenen Jahre ...

Wien (APA) - Die Ermittlung des Siegers des 60. Eurovision Song Contests in Wien wird weitgehend analog zum Prozedere der vergangenen Jahre ablaufen. Die European Broadcasting Union möchte mit ihrem Regelwerk ein möglichst faires und doch spannendes Verfahren gewährleisten - das aber gar nicht so leicht zu durchschauen ist. Ein Überblick:

In den beiden Halbfinals am 19. und 21. Mai dürfen die Zuschauer aus jenen Ländern abstimmen, die im Durchgang vertreten sind. Unmittelbar nachdem der letzte Interpret sein Lied beendet hat, geht es los. Österreich kann wie die übrigen sechs bereits fix für das Finale gesetzten Nationen Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien, Spanien sowie Wild-Card-Vertreter Australien ebenfalls in einem der beiden Halbfinals voten. Österreichische Zuseher können sich beim 1. Semifinale beteiligen. Dies kann mittels Telefonanruf oder SMS-Versand geschehen - bis zu 20 Mal, wenn der begeisterte Fan das möchte. Für das eigene Land zu stimmen ist hingegen nicht möglich.

Jener Beitrag, der von den Zuschauern eines Landes auf Platz 1 gewählt wird, erhält 12 Punkte, der zweite 10 und die weiteren Plätze 8 bis hinunter zu einem Punkt. Zusätzlich stimmen in jedem Land bereits einen Tag zuvor Fachjurys mit Musikexperten ab, die ebenfalls zwischen 12 und 1 Punkte vergeben. Danach werden die beiden Punktesysteme verschmolzen und im Verhältnis 1:1 gewichtet. Jury- und Publikumsentscheidung zählen also gleich viel.

Wie in Kopenhagen 2014 erstmals eingeführt, werden auch heuer die Namen der Landesjuroren vor dem 1. Halbfinale veröffentlicht, um Gerüchten über Stimmenkauf vorzubeugen. Überdies ist es untersagt, dass ein Juror länger als zwei Jahre hintereinander am Juryvoting teilnimmt. Auch werden das detaillierte Abstimmungsverhalten der einzelnen Juroren sowie die zusammengerechneten Ergebnisse der nationalen Jury- und Televotings nach dem Finale verkündet.

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Kompliziert wird es bei Punktegleichstand: Wenn zwei Länder nach kombiniertem Jury- und Televoting gleich viele Punkte haben, entscheidet das höhere Televoting. Sollten zwei Teilnehmer bei der Zuschauerabstimmung exakt die gleiche Stimmenanzahl erhalten, wird das Votum der Fachjury herangezogen. Sollte sich auch dann noch ein Gleichstand ergeben, werden die Jurymitglieder abermals um ein Handzeichen gebeten. Bleibt es weiterhin dabei, entscheidet das jüngste Jurymitglied, welcher Teilnehmer aus dem betreffenden Land die höhere Punktzahl erhält.

Zunächst werden im Song-Contest-Ablauf dann am Ende jedes Halbfinales jene zehn Länder genannt, die ins Finale einziehen - in willkürlicher Reihenfolge und ohne ihren konkreten Platz bei der Abstimmung im Halbfinale zu nennen. Diese wird erst nach dem Finale bekannt gegeben.

Das Abstimmungsprozedere im Finale unterscheidet sich dann nicht von den Halbfinals. Einzig die Präsentation der Punktevergabe eines jeden Landes erfolgt einzeln durch die Repräsentanten der jeweiligen Fachjurys, meist eingeleitet mit der berühmten Phrase „Hello, here (...) calling“ und endend mit „And 12 Points go to (...).“

Sollten zwei Länder exakt die gleiche Punktezahl erreichen (sei es beim Kampf um ein Finalticket oder dann bei der Frage, wer den ESC gewonnen hat), gewinnt jener Teilnehmer, der aus mehr Ländern Punkte erhalten hat. Ist diese Zahl gleich, erhält jener den Vorzug, der öfters 12 Punkte erhalten hat, oder 10 oder 8, etc., sollte es auch dann noch einen Gleichstand geben.

Eine ungewöhnliche Lösung hat die EBU für den Fall parat, dass selbst hinunter zur Punktezahl 1 zwei Länder im völligen Gleichklang schwingen. Dann gewinnt jene Nation den 60. Song Contest, die in der Startreihenfolge der Show zuerst aufgetreten ist.

(S E R V I C E - http://eurovision.tv)

~ WEB http://orf.at ~ APA048 2015-05-08/08:00


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