Stollen-Bergung forderte die Retter bei Großübung

70 Helfer rückten am Freitag zum alten Bergwerk in Bad Häring aus. Szenario: Fünf Personen sitzen 500 Meter im Berginneren fest.

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Von Michael Mader

Bad Häring –Eine Übung, die den Einsatzkräften alles abverlangte, fand gestern in Bad Häring statt. Dort gibt es zwischen Kirchbichl und dem Kurort ein mehr als 500 Kilometer langes Stollensystem. Das Gebiet ist löchrig wie ein Schweizer Käse. Heute wird in diesem Raum allerdings nur noch Tagbau betrieben.

Übungsannahme war ein Felssturz im Berginneren im so genannten Max-Stollen der Firma SPZ Eiberg und der Austritt einer Gasblase. „Eine von sechs Personen konnte flüchten und alarmierte die Rettungskräfte“, so der Kommandant der Tiroler Grubenwehr, Marc Berger. Die Tiroler sind verantwortlich für die rettungstechnische Betreuung des Silberbergwerks in Schwaz, betreuen aber auch das Stollensystem in Bad Häring. Unterstützt wurde die 19 Mann starke Truppe von Kollegen der Grubenwehren Sterzing und Mittersill, vom Roten Kreuz Kufstein, von der Feuerwehr Bad Häring und von Bundesheersanitätern.

„Wir müssen rund 500 bis 600 Meter in den Berg und für die Bergung der Verletzten etwa 40 Höhenmeter überwinden“, erklärte Berger vor Beginn der Übung.

Ausgestattet mit Wärmebildkameras und speziellen Atemschutzgeräten, die bis zu vier Stunden lang Luft spenden, drangen die Männer der Grubenwehr kurz nach der Alarmierung um 11 Uhr durch die Leitstelle schließlich in das Innere des Berges vor. Ein schwieriges Unterfangen: Erst nach knapp vier Stunden wurde der letzte Verletzte aus dem Stollen geborgen. Wichtig war für Bezirksrettungskommandant Gerhard Thurner auch „das nicht alltägliche Zusammenspiel mit der Grubenwehr“.


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