Europas Leitbörsen im Frühhandel mit festerer Tendenz

Frankfurt am Main (APA) - Die Leitbörsen in Europa haben sich am Freitagvormittag mit festerer Tendenz gezeigt. Der Euro-Stoxx-50 stand gege...

Frankfurt am Main (APA) - Die Leitbörsen in Europa haben sich am Freitagvormittag mit festerer Tendenz gezeigt. Der Euro-Stoxx-50 stand gegen 10.20 Uhr mit plus 0,33 Prozent oder 11,66 Punkte bei 3.567,87 Einheiten. Der DAX in Frankfurt stieg 0,59 Prozent oder 67,87 Zähler auf 11.475,84 Punkte. In London zeigte sich der FT-SE-100 mit plus 1,72 Prozent oder 118,42 auf 7.005,37 Punkte.

Mit Spannung erwarten Investoren am Nachmittag die neuesten Zahlen zum US-Arbeitsmarkt. Analysten bemerkten, dass der Markt mit einer Erholung rechne. Für Kursgewinne würde aber auch eine deutliche Abweichung nach unten sorgen, falls die Arbeitsmarktdaten Spekulationen auf ein späteres Ende der Niedrigzinsphase auslösen.

Von Zurückhaltung konnte aber seit der Eröffnung besonders in Großbritannien keine Rede sein. Dort feierten Investoren dagegen den überraschend deutlichen Wahlsieg der konservativen Tories unter David Cameron. Der BBC zufolge könnte der Amtsinhaber in der neuen Periode möglicherweise sogar alleine regieren. Besonders Aktien von Banken und Versorgern waren daraufhin gesucht. So zogen die Titel von Barclays um 3,84 Prozent an, Lloyds Banking Group verteuerten sich um sogar 6,47 Prozent. Marktteilnehmer bemerkten, dass „Business as usual“ von den Märkten positiv aufgenommen wurde.

Noch vor Börsenstart wurden enttäuschende Daten aus der größten Volkswirtschaft Europas bekannt. In Deutschland fiel die Industrieproduktion im März saison- und kalenderbereinigt überraschend um 0,5 Prozent im Vergleich zum Vormonat zurück. Ökonomen hatten dagegen mit einem leichten Anstieg gerechnet. Commerzbank-Ökonom Marco Wagner kommentierte, dass sich damit die Anzeichen auf Gegenwind für die deutsche Konjunktur verdichtet hätten.

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Unter den Einzelwerten sorgte eine Megaübernahme in der Chemiebranche für Bewegung auf dem Markt. Der Schweizer Agrarchemiekonzern Syngenta hat vom weltgrößten Saatgut-Hersteller Monsanto aus den USA ein Übernahmeangebot über 449 Franken je Aktie erhalten. Der Syngenta-Verwaltungsrat gab allerdings bereits bekannt, das Angebot abzulehnen. Das vorläufige Offert habe 45 Mrd. Dollar betragen, was einer Prämie von 35 Prozent zum Vortagesschlusskurs entspricht. Syngenta notierten zuletzt bei einem Kursplus von 14,94 Prozent und 382,40 Franken.

Im Euro-Stoxx-50 rissen die Nokia-Werte die Spitzenposition mit einem Kursplus von 3,44 Prozent an sich. Laut einem Zeitungsbericht bietet der umstrittene Fahrdienst-Vermittler Uber bis zu drei Mrd. Dollar für Nokias Kartendienst Here. Wie die „New York Times“ berichtete, bereiten auch die Autobauer BMW, Audi und Mercedes-Benz ein Gebot vor. Nokia strebe laut Kreisen einen etwas höheren Preis von drei Mrd. Euro an.

Ebenfalls nach oben tendierten die Werte des größten italienischen Versorgers Enel. Der Konzern hat im ersten Quartal 2014 einen Gewinnrückgang von 6,7 Prozent auf 810 Mio. Euro verbucht. Der Umsatz legte hingegen deutlich um 9,8 Prozent auf 19,97 Mrd. Euro zu. Zudem bestätigte der Enel-Chef Francesco Starace Pläne zum Verkauf nichtstrategischer Assets. Das Unternehmen will damit die Vereinfachung der Gesellschaftsstruktur voranbringen. Enel-Aktien verteuerten sich um 2,22 Prozent.

~ ISIN EU0009658145 ~ APA154 2015-05-08/10:34


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