Konjunkturranking: Tirol hinter Wachstumssieger Vorarlberg

Wien - Österreichs Wirtschaft ist 2014 um magere 0,3 Prozent gewachsen. Betrachtet man die einzelnen Bundesländer, zeigt sich ein uneinheitl...

Symbolbild.
© Jochen Zick

Wien - Österreichs Wirtschaft ist 2014 um magere 0,3 Prozent gewachsen. Betrachtet man die einzelnen Bundesländer, zeigt sich ein uneinheitliches Bild. Laut Bank Austria sind die Wachstumsunterschiede deutlich größer geworden. Während Spitzenreiter Vorarlberg um fast 2,5 Prozent zulegte, stagnierte die Wirtschaft in Salzburg. Für heuer sind die Aussichten besser. Die Lage am Arbeitsmarkt verschärft sich.

„Im Vorjahr drifteten Österreichs Bundesländer in einem wirtschaftlichen Umfeld, das von vielen, zum Teil gegensätzlichen externen Einflüssen gekennzeichnet war, konjunkturell auseinander“, teilte Bank-Austria-Chefökonom Stefan Bruckbauer am Freitag mit. Hinter Wachstumssieger Vorarlberg folgten mit Respektabstand Tirol sowie das Burgenland mit einem Wachstum von je 1,2 Prozent. Das Burgenland war 2013 noch Sieger des Konjunkturrankings gewesen, Grund war eine große Firmenverlegung gewesen. Tirol hat 2014 die Exportnachfrage nach Industrieerzeugnissen geholfen, auch Spitzenreiter Vorarlberg profitierte hauptsächlich von der traditionell starken Industrie.

In Oberösterreich (+1 Prozent) und Kärnten (+0,4 Prozent) legte die Wirtschaft ebenfalls überdurchschnittlich stark zu. Dagegen blieben Niederösterreich (+0,2 Prozent), die Steiermark (+0,1 Prozent) und Wien (+0,1 Prozent) hinter dem Durchschnitt zurück. Die Salzburger Wirtschaft ist laut Bank Austria gar nicht gewachsen.

Arbeitslosigkeit dürfte weiter steigen

Die unterschiedliche Konjunkturentwicklung hat sich 2014, dem Jahr der Rekordarbeitslosigkeit in Österreich, auch auf die regionalen Arbeitsmärkte niedergeschlagen. In Wien stieg die Arbeitslosigkeit zweistellig auf 11,6 Prozent. Das war der höchste Wert Österreichs (8,4 Prozent). Auch Salzburg verzeichnete eine zweistellige Zunahme, hielt aber, gemeinsam mit Oberösterreich, die niedrigste Arbeitslosenquote von je 5,7 Prozent.

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2015 dürfte die Arbeitslosigkeit in Österreich weiter steigen, und zwar von 8,4 auf mehr als 9 Prozent, so die Bank Austria. In den Bundesländern werde die Bandbreite zwischen 6 Prozent in Salzburg und mehr als 13 Prozent in Wien liegen.

Was die Konjunktur betrifft, sagt die Bank Austria fast allen Bundesländern eine Verbesserung voraus; die Wachstumsunterschiede dürften sich verkleinern. Industrie-Bundesländer wie Vorarlberg, Oberösterreich und die Steiermark seien leicht im Vorteil, sie sollen um mehr als 1 Prozent wachsen. In den östlichen Bundesländern dürften die Wachstumsraten unter dem Bundesschnitt von 0,9 Prozent bleiben. Jedoch sollen die Dienstleistungshochburgen Salzburg und Wien von einer stärkeren Dynamik des Sektors gegen Ende des Jahres profitieren. (APA)


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