Gewinn der Tiwag sinkt, härtere Jahre

Die zu 100 Prozent in Landes- besitz befindliche Tiwag meldet weniger Umsatz und Gewinn. Die Strompreise bleiben heuer gleich.

Von Alois Vahrner

Innsbruck – Die Markt-Turbulenzen mit Preisverfall und massiven Verlusten vieler Anbieter (E.ON hatte im Vorjahr drei Mrd. Euro Verlust, die EVN etwa 300 Mio. Euro, der Verbund einen kräftigen Gewinnrückgang) haben 2014 auch der Tiwag zugesetzt: Der Umsatz des Landes­energieversorgers sank wegen rückläufiger Preise und Verbrauchszahlen von 1,3 Mrd. auf 968,7 Mio. Euro, das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) fiel von 121,4 weiter auf 108,2 Mio. Euro. Das war der bisher vierthöchste Gewinn der Unternehmenhistorie, der Rekordwert war 2007 mit über 142 Mio. Euro erzielt worden.

Die Tiwag sei gemessen am Umsatz eines der ertragsstärksten Elektrizitätsunternehmen Österreichs und auch Mitteleuropas geblieben, sagt Aufsichtsratsvorsitzender Ferdinand Eberle. Die Eigenkapitalquote sei auf 51,5 Prozent gestiegen, die Eigenkapitalrendite betrage 8,6 Prozent.

Tiwag-Vorstandschef Bruno Wallnöfer (geht mit Jahresende in Pension) sieht die europäische Stromwirtschaft wegen der aus seiner Sicht überhasteten Energiewende „in einer gefährlichen Schieflage“. Auch die Ertragskraft der Tiwag werde „einige Jahre spürbar sinken“. Eine Erholung, auch der Preise, sei voraussichtlich erst für etwa 2019

20 zu erwarten. Die Tiwag werde trotzdem finanzkräftig genug blieben, um „für Tirol weiterhin die günstigsten Preise Österreichs“ und den geplanten Wasserkraftausbau zu finanzieren. Im Vorjahr etwa habe man mit 240 Mio. Euro „Konjunkturbeitrag“ so viel für Investitionen und Instandhaltungen in Tirol bereitgestellt wie noch nie.

Höhepunkte 2014 seien u. a. der Wasser-Rahmenplan Oberland und die Aufstockung von 36 auf 76 Prozent am Gemeinschaftskraftwerk Inn (GKI) sowie dessen Baubeginn im November gewesen, so Wallnöfer. Beim Projekt Ausbau Sellrain-Silz sei die mündliche UVP absolviert. Beim größten Projekt, Ausbau Kaunertal-Kraftwerk, zeigt sich der Tiwag-Chef überzeugt, dass die Projekte an Gurgler und Venter Ache in den nächsten Wochen von der Wasserbehörde abgewiesen werden. Sölden habe man einen Anteil am Kraftwerk Imst-Haiming angeboten, und das „komfortabel im Schlafwagen“.

Wegen des rund um die Heta-­Maßnahmen gesunkenen Vertrauens in die österreichische Bankwirtschaft werde es zunehmend schwieriger, günstige langfristige Finanzierungen zu bekommen.


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