Europas Leitbörsen bauen im Verlauf Gewinne aus

Frankfurt am Main (APA) - Die europäischen Aktienmärkte haben am Freitag im Verlauf ihre Gewinne noch etwas ausbauen können. Der Euro-Stoxx-...

Frankfurt am Main (APA) - Die europäischen Aktienmärkte haben am Freitag im Verlauf ihre Gewinne noch etwas ausbauen können. Der Euro-Stoxx-50 stieg 28,05 Einheiten oder 0,79 Prozent auf 3.584,26 Punkte. Der DAX in Frankfurt notierte gegen 14.00 Uhr mit 11.482,46 Punkten und einem Plus von 74,49 Einheiten oder 0,65 Prozent. Der FT-SE-100 in London gewann 137,19 Zähler oder 1,99 Prozent und steht nun bei 7.024,14 Stellen.

In Großbritannien feierten Anleger den überraschend deutlichen Sieg David Camerons bei den britischen Unterhauswahlen. Analysten kommentierten, dass Investoren sich erleichtert von der Fortführung des „business as usual“ zeigten. Besonders die Metropole London als Wirtschaftsstandort mit dem gewichtigen Finanzsektor könnte durchatmen, da durch die Bestätigung Camerons im Amt Steuererhöhungen und größere Regulierungsmaßnahmen ausbleiben könnten.

Die Sorgen um einen möglichen „Brexit“ - also einen Austritt Großbritanniens aus der EU - seien angesichts des noch weit in der Zukunft liegenden Datums (anberaumtes Datum Ende 2017) des Referendums noch nicht allzu groß. Auch Moody‘s äußerte sich bedrohlich, dass eine Abstimmung das Rating des Landes potenziell gefährden könnte. Die britische Währung zeigte sich nach der Wahl jedoch deutlich fester, im Branchenvergleich gewannen besonders die Aktien von Banken, Immobilienkonzernen und Versorgern. Den Leitindex „Footsie“ führten jedenfalls die Titel der Lloyds Banking Group mit einem Kurssprung von 6,94 Prozent an.

In weiterer Folge richten sich die Augen auf die USA und den anstehenden Arbeitsmarktbericht für April. Dieser gilt als wesentlicher Indikator für das Ende der Niedrigzinsphase. Im Konsensus erwarten Ökonomen einen Stellenaufbau von 230.000. Die Arbeitslosenquote könnte sich zudem ein weiteres Mal reduziert haben.

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Konjunkturdaten standen am Freitag auch in Europa auf der Agenda. Die Industrieproduktion in Deutschland entwickelte sich im März überraschenderweise entgegengesetzt zur Produktion in Italien und Spanien. In der größten Volkswirtschaft Europas stellte das produzierende Gewerbe saison- und kalenderbereinigt 0,5 Prozent weniger her als noch im Februar. Insgesamt stagnierte das Fertigungsvolumen in der Industrie damit im ersten Quartal 2015 verglichen mit dem Vorjahr.

Besser war die Entwicklung in Spanien und Italien. Die italienischen Firmen erhöhten ihre Produktion im März um 0,4 Prozent zum Februar. In Spanien zog der Ausstoß sogar um 1,0 Prozent an, die Regierung rechnet im kommenden Jahr mit einem Wirtschaftswachstum von 2,9 Prozent und damit gut doppelt so viel wie noch 2014.

Im Euro-Stoxx-50 konnte der größte italienische Versorger Enel die Spitze für sich erobern. Mit einem Kursplus von 3,15 Prozent profitierten die Aktien von einem Umsatzplus um deutliche 9,8 Prozent im abgelaufenen ersten Quartal. Gleichzeitig fiel zwar der Gewinn um 6,7 Prozent auf 810 Mio. Euro, das Unternehmen will allerdings die Gesellschaftsstruktur vereinfachen und nichtstrategische Assets zum Verkauf anbieten.

~ ISIN EU0009658145 ~ APA389 2015-05-08/14:07


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