APA Medien News: „Krone“-Chef, Google-Initiative, Volksanwaltschaft

Wien (APA) - xxx...

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„Krone“-Führung: „‘Krone‘-Chefredakteur für ein Jahr“ - das dürfte ab Herbst einer der begehrtesten Jobs in Österreichs größter Tageszeitung sein. Herausgeber und Chefredakteur Christoph Dichand nimmt gemeinsam mit seiner Frau, der „Heute“-Herausgeberin Eva Dichand, ein Jahr Auszeit in New York. Die Dichands wollen in den USA innovative Online-Projekte studieren, heißt es in den beiden Verlagen. Für die „Heute“-Chefin soll es ab September soweit sein, ihr Mann Christoph folgt im Oktober nach der Wiener Landtagswahl. Während der Abwesenheit Dichands dürfte dieser die operative Funktion des „Krone“-Chefredakteurs für ein Jahr abgeben. Als Favorit für den Posten des vorübergehenden Dichand-Stellvertreters gilt einer der Chefredakteure der Länderausgaben der „Krone“: Steirer-“Krone“-Chef Christoph Biro (er hatte die Funktion schon einmal unter Hans Dichand inne), Oberösterreich-“Krone“-Chefredakteur Klaus Herrmann, Tirol-“Krone“-Chefredakteur und Heinz Prüller-Bruder Walther Prüller sowie Salzburg-“Krone“-Chefredakteur Hans Peter Hasenöhrl und Hannes Mößlacher, Chefredakteur in Kärnten, kämen für den Job infrage, heißt es. Kaum Chancen hätten hingegen „Big Player“ aus der Wiener „Krone“-Redaktion wie Claus Pandi oder Richard Schmitt.

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Google-Initiative: Für Googles „Digital News Initiative“ gibt es vorerst noch keine österreichischen Partner. Der Internet-Konzern hatte jüngst die Einrichtung eines mit 150 Millionen Euro dotierten Fonds bekannt gegeben, mit dem Google in Digital-Journalismus-Projekte in Europa investieren will. Der Google-Konzern lud auch österreichische Medien zur Teilnahme ein. „Reichen Sie Projekte auf unserer Plattform ein“, meinte Google-Vertreter Anton Aschwanden, der erst am Donnerstag wieder beim Forum der Internet Service Providers Austria Stimmung für das Projekt machte. Laut Google Österreich-Sprecher Wolfgang Fasching-Kapfenberger sei es noch zu früh, um über Interessenten aus Österreich zu reden. ORF und Zeitungsverleger hatten sich kritisch zur Initiative geäußert. Der Suchmaschinen-Gigant zieht laut einer IHS-Studie allein von Österreichs Werbemarkt jährlich 150 bis 180 Millionen Euro ab. 150 Millionen bei einem Forschungsbudget von sieben Milliarden seien wohl eher als Marketingaktion zu sehen, meinte etwa ORF-Chef Alexander Wrabetz. Verleger und Privatsendervertreter sprachen von einer Nebelgranate. Interesse an einer Kooperation mit Google zeigt unterdessen die Mediengruppe Österreich, die nicht im Verband Österreichischer Zeitungen vertreten ist. „Wir finden, dass das eine sehr spannende Initiative ist. Die Leute, die meinen, dass das Internet zwischen Wien und Walserberg erfunden wird, sind auf dem Holfweg“, sagte oe24-Chef Niki Fellner in der aktuellen Ausgabe des Branchenmagazins „Horizont“. Wichtig sei eine Partnerschaft auf Augenhöhe.

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Volksanwaltschaft-ÖJC: Die Volksanwaltschaft ließ den Österreichischen Journalisten Club (ÖJC) mit einer Beschwerde rund um den Akademikerball abblitzen. Hintergrund: Die Journalistenvereinigung übte anlässlich der umstrittenen Ballveranstaltung im Jänner Kritik an der Wiener Polizei und sah die freie Berichterstattung gefährdet, weil Mitglieder mit ÖJC-Ausweis keine Akkreditierungen erhalten hatten. Zulassungen für die Akademikerball-Sperrzone gingen damals an Journalisten mit Presseausweisen des von der Journalistengewerkschaft und dem Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) getragenen Kuratoriums für Presseausweise sowie Journalisten mit Dienstausweisen oder Bestätigungen von Medienhäusern. Der ÖJC wandte sich deshalb mit einer Beschwerde an die Volksanwaltschaft. Diese wies das Ansinnen der Vereinigung ab, bestätigte die Volksanwaltschaft am Freitag gegenüber der APA. Einerseits habe sich der Vorwurf des Journalisten Clubs, wonach die Wiener Polizei nur Journalisten mit Presseausweisen des Kuratoriums zugelassen habe, als „nicht zutreffend“ erwiesen, andererseits habe man festgestellt, dass in der Causa „kein Missstand in der Verwaltung“ vorlag, erklärte eine Sprecherin der Volksanwaltschaft.

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CIVIS-Medienpreis: Die ORF-Journalistin Veronika Mauler wurde Donnerstagabend im Europäischen Parlament in Brüssel mit dem europäischen CIVIS Radiopreis im Bereich Kurze Programme (bis sechs Minuten) ausgezeichnet. Mauler wurde für ihren Ö1-“Mittagsjournal“-Beitrag „Leben nach der Flucht: Teil 1 Nina Kústurica blickt zurück“ prämiert. Der CIVIS Medienpreis zeichnet seit 28 Jahren Programmleistungen im europäischen Radio, Film und Fernsehen und seit 2010 auch im Internet aus, die das friedliche Zusammenleben in der europäischen Einwanderungsgesellschaft fördern. Insgesamt wurden Donnerstagabend acht europäische Radio, Film- und Fernsehprogramme sowie ein Webangebot und ein Webvideo mit dem renommierten Medienpreis für Integration und kulturelle Vielfalt ausgezeichnet.

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Bewegtbild: Die TV-Journalistin Sandra Thier (35) und Agenturchef Rudi Kobza (47) haben mit den „diego5 studios“ ein auf Online-Video Marketing, Branded Entertainment und Targeting spezialisiertes Unternehmen gegründet. Dies gaben Thier und Kobza in einer Aussendung bekannt. Die „diego5 studios“ bieten demnach Beratung, Strategie, Konzeption, Produktion, Channel Management und Vermarktung von digitalem Video Content an. Für Kobza ist die Gründung eine Reaktion auf das veränderte Mediennutzungsverhalten: „YouTube hat mehr als eine Milliarde Nutzer. Täglich werden auf YouTube Videos mit einer Gesamtdauer von mehreren hundert Millionen Stunden wiedergegeben und Milliarden Aufrufe generiert. Als TV-Sender wäre YouTube damit bereits die Nummer 1 der Welt.“ Bewegtbild mit einer gezielten Online-Vermarktung nehme an Bedeutung zu. „diego5“ soll hier ein „neues, starkes Standbein“ für die Kobza Media Gruppe bilden. Thier, die zuletzt zehn Jahre für die RTL Group in Deutschland tätig war, übernimmt die Geschäftsführung.


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