Portugals Regierungschef schlägt „Europäischen Währungsfonds“ vor

Lissabon (APA/Reuters) - Nach dem Großeinsatz des Internationalen Währungsfonds (IWF) in der Euro-Schuldenkrise plädiert Portugal bei künfti...

Lissabon (APA/Reuters) - Nach dem Großeinsatz des Internationalen Währungsfonds (IWF) in der Euro-Schuldenkrise plädiert Portugal bei künftigen Problemen für eine rein europäische Lösung. Ein eigens dafür geschaffener „Europäischer Währungsfonds“ solle die Funktionen des in Washington ansässigen IWF übernehmen, sagte Ministerpräsident Pedro Passos Coelho am Freitag laut Redetext bei einer Konferenz in Florenz.

Eine solche Organisation müsse in gemeinsamer Verantwortung der Euro-Länder getragen werden und die unabhängige Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) ergänzen. EZB und IWF würden durch die neue Institution von der Aufsicht über Reformprogramme entbunden, an die die Vergabe von Finanzhilfen geknüpft ist.

Die Erfüllung der Auflagen wird bisher von EU-Kommission, EZB und IWF überprüft, die früher unter dem Namen „Troika“ zusammengefasst wurden. Dieser Begriff wird nach scharfen Protesten des Hilfsempfängers Griechenland offiziell nicht mehr verwendet. Dem portugiesischen Regierungschef zufolge soll der künftige „Europäische Währungsfonds“ als alleinige Institution dauerhaft Ansprechpartner für in Not geratene Länder sein. Ein solcher Fonds solle aus dem Euro-Rettungsschirm ESM hervorgehen. Eine ähnliche Idee war bereits zuvor von Experten der EU-Kommission ins Gespräch gebracht worden. (Reporter: Axel Bugge and Sergio Goncalves; geschrieben von Elke Ahlswede redigiert von Georg Merziger; Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Redaktionsleitung unter den Telefonnummern 069-7565 1312 oder 030-2888 5168)

081910 Mai 15

~ WEB http://www.imf.org ~ APA636 2015-05-08/19:32

TT-ePaper gratis lesen

Die Zeitung jederzeit digital abrufen, der Gratiszeitraum endet nach 4 Wochen automatisch.

TT ePaper

Kommentieren