Moscovici plädiert für einheitliche Unternehmensbesteuerung in EU

Brüssel (APA/AFP) - EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici hat sich für eine einheitliche Besteuerung von Unternehmen in der Europäischen ...

Brüssel (APA/AFP) - EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici hat sich für eine einheitliche Besteuerung von Unternehmen in der Europäischen Union ausgesprochen. Er werde einen entsprechenden Vorschlag vorlegen, sagte Moscovici am Freitag im französischen Radiosender Europe 1. Ziel sei, „dass Firmen dort besteuert werden, wo sie ihre Gewinne erwirtschaften“.

Steuerflucht müsse in einem „geeinten und integrierten Europa“ vermieden werden, so der EU-Kommissar.

Ende April hatten die EU-Finanzminister bereits einen verstärkten Kampf gegen unfaire Steuerpraktiken in der EU vereinbart. Im lettischen Riga gaben sie grünes Licht für ein Projekt der EU-Kommission. Danach müssen sich die EU-Staaten künftig alle drei Monate gegenseitig über umstrittene Steuerabsprachen mit Großunternehmen informieren. Die Regeln sollen zum 1. Jänner 2016 in Kraft treten.

Anfang November hatte ein internationales Recherchenetzwerk hunderte Fälle aufgedeckt, in denen multinationale Konzerne in Luxemburg auf Kosten anderer EU-Länder Steuerzahlungen vermieden. Grundlage waren sogenannte Steuervorabbescheide der dortigen Finanzämter. Die Praxis ist nicht illegal, begünstigt aber die Steuerflucht. Anderen Staaten sollen dadurch Steuereinnahmen in Milliardenhöhe entgangen sein.

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