Kampagnen-Profi in ORF und ÖVP - Kurt Bergmann wird 80

Wien (APA) - Ein unermüdlicher Kampagnenprofi feiert dieser Tage einen „Runden“: Kurt Bergmann wird am 11. Mai 80 Jahre alt. Er blickt auf e...

Wien (APA) - Ein unermüdlicher Kampagnenprofi feiert dieser Tage einen „Runden“: Kurt Bergmann wird am 11. Mai 80 Jahre alt. Er blickt auf eine langjährige Karriere sowohl in der heimischen Politik als auch im ORF zurück und meldet sich auch im Ruhestand immer wieder zu Wort. Einem breiten Publikum bekannt wurde der einstige „Fundraiser des Jahres“ als „Vater“ der ORF-Hilfsaktion „Licht ins Dunkel“.

Bis zu seiner Pensionierung 2003 war er Leiter der ORF-Abteilung Humanitarian Broadcasting. Doch karitative Anliegen vertritt er noch heute beharrlich. So machte er sich zuletzt für die Beibehaltung der Möglichkeit, Spenden von der Steuer abzusetzen, stark. Und auch seine Teilnahme an diversen Society-Veranstaltungen hat nicht selten Charity-Hintergrund.

Dem Schicksal des ORF blieb Bergmann auch nach seinem Abschied aus der Medienbranche verbunden. Mitte der 2000er-Jahre war er Stiftungsrat; später machte er sich mit der Initiative „Rettet den ORF“ für einen unabhängigen Öffentlich-Rechtlichen stark und war Mitglied in der Regierungs-Arbeitsgruppe zur ORF-Reform (deren Empfehlungen es 2013 allerdings nicht einmal ins Regierungsprogramm schafften). Auch in der Initiative Mehrheitswahlrecht und Demokratiereform rund um Heinrich Neisser verfolgt er das Thema ORF-Reform mit Nachdruck.

Bergmann selbst changierte Zeit seines Berufslebens zwischen Politik und ORF. Er kam am 11. Mai 1935 in Niederösterreich zur Welt, seine ersten Schritte in der Politik machte er Anfang der 60er-Jahre im ÖVP-Pressedienst, wo er 1963 stellvertretender Chefredakteur war. 1964 bis 1968 arbeitete er als Pressereferent der damaligen Bundesminister für Finanzen. 1968 wechselte Bergmann in den ORF, wo er Hauptabteilungsleiter der Öffentlichkeitsarbeit wurde. 1973 übernahm er die Intendanz des ORF-Landesstudios Niederösterreich. Dort entstand auch die „Muttersendung“ von „Licht ins Dunkel“.

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1976 ging Bergmann zurück in die Politik: Er wurde Bundesgeschäftsführer der ÖVP, eine Funktion, die er bis 1980 ausübte. 1979 war er auch Wahlkampfleiter der ÖVP. Im selben Jahr empfing er eine später berühmte rote Aktentasche aus den Händen des Vorarlberger Geschäftsmanns Bela Rabelbauer. Insgesamt zehn Millionen Schilling (727.000 Euro) „Spenden“ flossen so an die Volkspartei, die diese später zurückzahlte, nachdem der Deal - dessen Zweck unklar blieb - im Wahlkampf aufflog.

1979 zog Bergmann in den Nationalrat ein, 1980 wurde er politischer Direktor des ÖVP-Parlamentsklubs. Bis 1990 war er überdies Fachverbandsvorsteher für Verkehr in der Wirtschaftskammer Österreich, Generalsekretär des Österreichischen Wirtschaftsbundes und Mitglied des ORF-Kuratoriums.

1990 holte der wieder gewählte bürgerliche Generalintendant Gerd Bacher Bergmann zurück auf den Küniglberg, er wurde Generalsekretär des ORF, ein machtvoller Posten. „Licht ins Dunkel“ war zu dieser Zeit schon ein Fixstern am weihnachtlichen TV-Himmel. Als Reaktion auf den Bürgerkrieg in Jugoslawien kam die Aktion „Nachbar in Not“ hinzu. Als Gerhard Zeiler Bacher ablöste, wurde Bergmann denn auch mit der Leitung des ORF-Büros für humanitäre Angelegenheiten betraut, nur um wenige Monate später in der Steiermark ein weiteres Mal an die Spitze eines ORF-Landesstudios zu rücken. 1998 wurde er endgültig Chef der ORF-Abteilung für Humanitarian Broadcasting und blieb dies bis zu seiner Pensionierung.

Und auch von der Politik konnte Bergmann nicht lassen. 2004 war er Kampagnenleiter der ÖVP-Politikerin Benita Ferrero-Waldner im Bundespräsidentschaftswahlkampf. 2009 trat er als Unterstützer des ÖVP-EU-Kandidaten Othmar Karas auf.

Bergmann ist Träger des Goldenen Ehrenzeichens für Verdienste um die Stadt Wien, des Großen Goldenen Ehrenzeichens des Landes Steiermark mit dem Stern sowie des Vorarlberger Montfortordens.

~ WEB http://orf.at

http://www.oevp.at ~ APA024 2015-05-09/07:00


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