Mehr als 60 Tote bei Massenflucht aus irakischem Gefängnis

In dem Gefängnis waren 300 Menschen inhaftiert, denen Terrortaten vorgeworfen werden.

Bagdad – Bei einer Massenflucht aus einem irakischen Gefängnis sind nach Behördenangaben 50 Insassen und zwölf Polizisten getötet worden. Nach einer Revolte in der Anstalt Al-Khalis bei Bagdad hätten zahlreiche Häftlinge die Gelegenheit zur Flucht genutzt, teilten Sicherheitskräfte und die Polizei am Samstag mit. Anschließend sei in der Umgebung nach den Entflohenen gefahndet worden.

Nach dem Ausbruch am Freitagabend war zunächst von acht toten Häftlingen und zehn ums Leben gekommenen Polizisten die Rede. In dem Gefängnis saßen 300 Menschen ein, denen Terrortaten vorgeworfen werden. Ob auch hochrangige Extremisten unter den Flüchtigen sind, wurde zunächst nicht bekannt. Die Jihadisten-Miliz „Islamischer Staat“ (IS) beherrscht Teile des Irak.

Die Häftlinge hätten zunächst untereinander gekämpft, sagte ein Polizeivertreter. Dann seien sie auf Gefängniswärter losgegangen, die bei den Auseinandersetzungen eingeschritten seien. Bei den Kämpfen entwaffneten die Häftlinge demnach die Aufseher und plünderten das Waffenarsenal der Anstalt, die rund 80 Kilometer nordöstlich der irakischen Hauptstadt liegt. Nach der Massenflucht wurde in dem Ort Al-Khalis eine Ausgangssperre verhängt, umliegende Häuser wurden nach Flüchtigen durchsucht.

Die irakische Regierung hat mit einer ganzen Reihe von Sicherheitsproblemen zu kämpfen, allen voran mit dem Aufstand des IS. Die Extremisten haben große Teile des Irak und des benachbarten Syriens unter ihre Kontrolle gebracht. (APA/AFP)

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