China weist US-Kritik an Politik im Südchinesischen Meer zurück

Washington (APA/AFP) - China hat die Kritik der US-Regierung an seiner Politik im Südchinesischen Meer entschieden zurückgewiesen. Der jüngs...

Washington (APA/AFP) - China hat die Kritik der US-Regierung an seiner Politik im Südchinesischen Meer entschieden zurückgewiesen. Der jüngste Bericht des US-Verteidigungsministeriums zu Chinas militärischer und sicherheitspolitischer Entwicklung „verzerrt die Fakten und bedient weiter das Klischee der militärischen Bedrohung durch China“, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Peking am Samstag.

Der Sprecher betonte laut der Nachrichtenagentur Xinhua das Recht Pekings, seine Souveränität im Südchinesischen Meer zu verteidigen. Er versicherte zudem, die Verstärkung der Streitkräfte diene nur dem Schutz der Souveränität, der Sicherheit und der territorialen Integrität und solle Chinas friedliche Entwicklung sichern.

Der Sprecher reagierte damit auf einen Pentagon-Bericht zur chinesischen Militärpolitik von Freitag. Der Bericht kritisiert insbesondere die massive Erweiterung von Inseln im Südchinesischen Meer, mit denen China seine Präsenz in dem umstrittenen Gebiet ausweiten will, in dem große Erdöl- und Erdgasvorkommen vermutet werden.

Peking streitet mit Brunei, Malaysia, Vietnam und den Philippinen seit Jahren um die Spratly-Inseln, eine weit verstreute Gruppe kleiner Inseln. Laut dem Bericht erweiterte China seit Jänner 2014 die Fläche von vier Korallenriffen um etwa 800 Hektar. Davon seien 75 Prozent allein seit Jahresbeginn entstanden. Im April veröffentlichte Satellitenbilder des Politikinstituts CSIS zeigten, wie chinesische Schiffe bei den Spratly-Inseln Sand aufschütten. Auf einem der Korallenriffe baut China demnach sogar eine Landebahn für Flugzeuge.

TT-ePaper gratis testen und 20 x € 100,- Einkaufsgutscheine gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch

Laut dem Bericht hat China auch tiefe Kanäle gebaut, um größeren Schiffen den Zugang zu den Inseln zu erlauben, die nahe wichtigen Schifffahrtslinien liegen. Demnach will China offenbar seine Präsenz durch den Bau größerer Häfen und eines Flughafens ausweiten, um so mit anderen Ländern gleichzuziehen, die ebenfalls Anspruch auf die Region erheben und bereits über derartige Anlagen auf Inseln dort verfügen. Nach Angaben des CSIS baut auch Vietnam derzeit in den Spratly-Inseln Korallenriffe aus.


Kommentieren