Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 22.10.2016


Triumph Thruxton

Edel-Metall aus Großbritannien

Mittlerweile eine Standardübung: Klassische Optik gepaart mit moderner Technik. Bei der Triumph Thruxton gelingt die besonders gut.

© LetznerSchon im Stand ist die Triumph Thruxton eine echte Schönheit.Foto: Letzner



Von Lukas Letzner

Innsbruck – Einfach eine Schönheit, dieser englische Cafè Racer! Das ist das Erste, was uns durch den Kopf ging, als wir unsere Triumph Thruxton in Empfang nehmen durften. Dass die moderne Technik von Motorrädern mittels Retro-Teilen verhüllt wird, ist ja nun wirklich nichts Neues mehr, und dennoch: Die Triumph Thruxton ist stimmig bis ins letzte Detail, und schon das kann sie besser als so manche Konkurrentin. Zudem kann ihr Besitzer aus einer nicht enden wollenden Zahl von Anbauteilen wählen, um seine Kaffee-Ware weiter zu veredeln.

Doch nun genug der lobenden Worte bezüglich der Optik. Obwohl auf unserer Thruxton schon ein etwas höherer Lenker verbaut wurde, bleibt die Körperhaltung nach vorne gerichtet. Betont aktiv nimmt man auf ihr Platz. Klar, will sie doch den sportlichen Klassiker widerspiegeln und dennoch, man sitzt auf ihr überaus bequem. Mit einer Sitzhöhe von 805 Millimetern ist sie für Groß und Klein gleichermaßen zu haben.

Schon ein Blick in die Fahrwerksdaten lässt erahnen, dass die Thruxton ein veritabler Landstraßen-Renner ist: 90,8 mm Nachlauf und ein Lenkkopfwinkel von 67,3°.

Mit einem Druck auf den Anlasser erwecken wir den 1200er-Twin schließlich zum Leben. Vollmundig, mit einer kernigen Note (dank des 270° Hubzapfenversatzes), aber wohl gedämpft bollert die Thruxton aus ihren zwei Endrohren. 97 PS und 112 Nm schickt das Aggregat an den 160er-Hinterreifen. Schon auf den ersten Metern macht uns die Thruxton richtig Spaß. Äußerst sanft nimmt der elektronische Gasgriff das Gas an, und die Thruxton schiebt aus jeder Lebenslage druckvoll an. Schon ab 2000 U/min kann man die Drosselklappen beherzt aufreißen und der Twin beginnt damit, sich durchs Drehzahldickicht zu wühlen. Egal, ob man schaltfaul über die Landstraße cruised oder sich dem Serpentinen-Slalom widmen will – der Motor spielt alle Stücke.

Nicht zuletzt dank des 160er-Hinterreifens lenkt die Thruxton willig ein und folgt präzise jeder Lenkbewegung. Für wirklich sportliche Fahrweise sollte das Fahrwerk aber eine Spur straffer ausfallen. Jetzt wissen wir auch, warum es von der Thruxton eine „R“-Version gibt. Während bei der Standardvariante vorne und hinten Kayaba-Federelemente verbaut sind, trägt die Thruxton „R“ Show/Öhlins-Komponenten zur Schau. Zudem werden bei der heißeren Thruxton die schwimmenden Nissin-Doppelkolbenbremsen durch zwei radial montierte 4-Kolben-Monobloc-Bremssättel von Brembo ersetzt.

Natürlich kommt die Neue mit der üblichen Elektronik (ABS, abschaltbare Traktionskontrolle, drei wählbare Fahrmodi – „Rain“, „Street“ und „Sport“), doch tut dies dem Fahrspaß in der Praxis keinen Abbruch. Zu haben ist unsere Thruxton übrigens ab 15.900 Euro, wer zur sportlicheren „R“ greift, der muss 2.000 Euro mehr aus der Tasche ziehen.