Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 27.08.2016


Motor News

Auf allen Vieren schnell ums Eck

Seit heuer wird der Skoda Oktavia RS erstmals mit Allradantrieb angeboten. Neben allerhand Traktion bietet der sportliche Lademeister die üblichen RS-Qualitäten.

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© Letzner



Von Lukas Letzner

Zirl – Skodas sportlichste Varianten hören seit jeher auf den Namenszusatz RS und der bekannteste von ihnen ist der Skoda Oktavia RS. Warum das so ist? Der Oktavia war immerhin der erste Skoda, der im Jahr 2000 dieses Kürzel in seinem Frontgrill präsentieren durfte. Nur ein Jahr zuvor feierte Skoda mit dem Oktavia 4x4 übrigens seine Allradpremiere. Warum wir das alles erzählen? Ganz einfach. Seit heuer ist der Oktavia RS das erste Mal seit Produktionsstart mit Allradantrieb zu haben und setzt so einen weiteren Meilenstein in der Geschichte von Skoda.

Wir durften vor Kurzem im schnellen Tschechen Platz nehmen und ihn ausgiebig testen. Im Innenraum empfängt uns unser race-blauer Oktavia Combi mit den bekannt angenehmen und straffen RS-Sitzen. Dank ihnen braucht man keine Angst haben, in schnell gefahrenen Kurven an der Seitenscheibe zu kleben. Pedale im RS-Design und ein griffiges Lenkrad unterstreichen die sportlichen Ambitionen zusätzlich. Ansonsten ist alles typisch Skoda: Übersichtliche Armaturen und klar gezeichnete Instrumente informieren über die wichtigsten (und auch etwas unwichtigere) Dinge.

Überzeugend finden wir auch das Platzangebot. Dieses ist beim RS zwar genauso üppig wie beim Normalo-Oktavia, es ist aber immer wieder überraschend, wie es Skoda schafft, so viel mehr Platz zu bieten als andere Hersteller. Selbst in der zweiten Reihe sitzen wir mit unseren 190 Zentimetern überaus bequem und auch das Kofferraumvolumen kann sich mit seinen 610 Litern (maximal 1740 Liter) sehen lassen.

Ein Druck auf den Knopf und der Zweiliter-Diesel erwacht. Wie bisher leistet der Selbstzünder 184 PS, allerdings schickt er sein saftiges Drehmoment von 380 Nm nicht mehr nur an die vorderen, sondern auch an die zwei hinteren 19-Zöller. Schon im normalen Fahrmodus legt sich unser sportlicher Lademeister kräftig ins Zeug und schiebt den 1,6 Tonnen schweren (der Allradantrieb schlägt mit 100 Kilo zusätzlich zu Buche) Kombi in nur 7,6 Sekunden auf Tempo 100. Doch einfach nur aufs Gaspedal latschen kann jeder, weshalb wir uns schnell etwas kurvigeres Terrain suchen. Jetzt noch schnell in den Sport-Modus schalten und dann heißt es: Feuer frei!

Mit der Leichtfüßigkeit einer Gazelle wühlt sich der Vierzylinder durchs Drehzahldickicht, um kurz vor dem Begrenzer von der bekannten Doppelkupplung den nächsten der sechs Gänge serviert zu bekommen. Dank des Allradantriebs gibt sich der Oktavia auch in schnell gefahrenen Kurven keine Blöße. Das bekannte Duo aus elektronisch geregelter Lamellenkupplung (Haldex 5) und einer elektronischen Querdifferenzialsperre halten den Kombi gekonnt in der Spur. Das System überträgt die Kraft variabel zwischen Vorder- und Hinterachse und kann im Extremfall das komplette Antriebsmoment nach hinten leiten. Für noch mehr gute Laune sorgt hier der RS-Sportmodus des ESP. Auf Knopfdruck gibt sich der Skoda lockerer und lässt sein geräumiges Heck etwas von der Leine. Auf trockenem Untergrund und unter normalen Bedingungen ist der Oktavia RS Kombi dann nur mit Vorderradantrieb unterwegs.

Dass der angegebene Normverbrauch so nicht erreicht wird, liegt auf der Hand. Dennoch blieben wir mit 6,8 Litern im durchaus akzeptablen Bereich. Zu haben ist der Skoda RS Kombi übrigens ab 38.090 Euro. Dafür erhält man dann aber einen alltagstauglichen Sportler.




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