Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 09.09.2017


Motor News

Frische Optik, neue Technik und mehr Akku für Leaf

Nissan bereitet die zweite Generation seines erfolgreichen Elektrofahrzeugs vor – mit teilautonomem Fahren und 378 km Reichweite.

© WerkDer 150 PS starke Elektromotor verfügt über ein stärkeres Drehmoment: 320 Newtonmeter.



Tokio – Einerseits spielt er eine Hauptrolle, andererseits gar keine Rolle: Der Leaf von Nissan ist seit Jahren das meistverkaufte Elektrofahrzeug der Welt. Seit 2010 setzte der Produzent global 283.000 Einheiten ab. Da kann selbst das in den Medien vielgefeierte amerikanische Start-up-Unternehmen Tesla von Elon Musk nicht mithalten. Aber auf der bevorstehenden Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt glänzen Nissan und sein Modell mit Abwesenheit, da die Japaner auf einen eigenen Messestand verzichtet haben. Den hätten sie durchaus gut besetzen können mit der in dieser Woche vorgestellten zweiten Generation des Leaf.

Optisch wie technisch hat sich der E-Wagen weiterentwickelt: Die äußere Erscheinung wirkt jedenfalls deutlich frischer als beim in die Jahre gekommenen Leaf der ersten Generation. Dabei hat ganz offensichtlich der bei anderen Modellreihen bereits verbaute Kühlergrill mit V-ähnlicher Signatur Pate gestanden, denn eine Spielart davon prägt nun die Front des Stromers. Ein knackiges Heck, gepfeilte Schlussleuchten und Sicken in der Seite verpassen dem Modell einen dynamischen Auftritt, der seine Entsprechung im Elektromotor findet: Das Drehmoment des 150 PS leistenden Aggregats erhöht sich laut Hersteller auf 320 Newtonmeter.

Überfällig bei den Japanern war eine Korrektur beim Akk­u und beim Reichweiten­angebot, zumal einige Wettbewerber und sogar der Allianz-Partner Renault hier in Vorlage gegangen sind. Nun holt Nissan auf und stattet den neuen Leaf mit einem Lithium-Ionen-Speicher aus, der über eine Kapazität von 40 Kilowattstunden verfügt. Im gewöhnlichen Test­zyklus sind damit 378 Kilometer Reichweite zu erzielen, im Realbetrieb werden wir uns wohl mit zwei Dritteln oder drei Vierteln davon zufriedengeben müssen.

Mit dem neuen Leaf will Nissan aber nicht zur Konkurrenz aufschließen, sondern sie auch ausstechen. Mit zwei Beispielen dürften sie den Mitbewerb zumindest aufhorchen lassen. Beim ersten handelt es sich um das so genannte e-Pedal. Mit diesem sollen die meisten Fahrsituationen wie Gasgeben und Abbremsen sowie Stehenbleiben in der Steigung absolviert werden können, abhängig auch von der jeweiligen Stellung des Pedals. Für andere Fahrsituationen bleibt jedoch ein eigenes Brems­pedal an Bord.

Das zweite Beispiel bezieht sich aufs teilautonome Fahren – der neue Leaf beherrscht selbstständiges Manövrieren auf „einspurigen Auto­bahnen“ (ProPilot). (hösch)




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