Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 23.09.2017


Motor News

Skandinavisch smart in der City

Volvo erweitert das SUV-Portfolio: Der kompakte XC40 soll jedoch nicht bloß der kleine(re) Bruder des 90er und des 60er sein.

© WerkSchwedische Coolness auf 4,425 Metern: Volvo interpretiert das Thema Kompakt-SUV auf eigene und eigenständige Art.



Von Beatrix Keckeis-Hiller

Mailand – Volvo hat jetzt im Zuge der Erneuerung der Marke den nächsten Schritt gesetzt, alles andere als mainstreamig in einer Klasse, die sich – global – zum Mainstream-Segment entwickelt hat: Die Schweden erweiterten ihr SUV-Portfolio um einen Kompakten. Eine Premiere für die Nordleute. Die mehrfach betonen, dass der 40er nicht bloß eine verkleinerte Kopie des 90ers und des 60ers, sondern ein eigenständiger Charakter sein soll.

Einen Vorgeschmack hatte Volvo bereits im Vorjahr geliefert, mit dem 40.1 Concept. Das wurde im Wesentlichen umgesetzt, als erstes Modell, das auf der neuen CMA-Plattform (Compact Modular Architecture, eine Gemeinschaftsentwicklung mit dem Mutterkonzern Geely) basiert.

Optisch macht die Verschmelzung klassischer Design-Details – Logo auf steil stehendem Kühlergrill – und aktueller Stil-Elemente – LED-Lichtsignatur an Front- und Heckleuchten – den XC40 zweifelsfrei als Volvo erkennbar. Doch ist sein Karosserieschnitt weniger reduziert, sondern wesentlich schwungvoller – etwa an Flanken und Heckklappe – strukturiert.

Dem 4,425 Meter langen Jung-Schweden wurde entsprechend den kompakten Dimensionen eine starke City-Orientierung mitgegeben, wozu elektronische Sicherheits- und Assistenz-Details gehören, die ihn nahe ans automatisierte Fahren rücken.

Im Hinblick auf den urbanen und familiären Einsatz haben die Entwickler auf 2,702 Metern Radstand bequemen fünfplätzigen – und gewohnt fein sowie solide eingerichteten – Wohnraum installiert, samt beachtlichen Ladetalenten anhand von 460 bis 1.336 Litern Kofferraumvolumen. Das mögen andere Hersteller auch können. Doch haben die XC40-Gestalter das mit jeder Menge praktischer – um nicht zu sagen smarter – Details im Hinblick auf die täglichen Verrichtungen wie Einkaufsfahrten garniert (mag schon sein, dass sich die Schweden von einer tschechischen Marke inspirieren haben lassen): überaus geräumige Türfächer, die Tablets und Laptops aufnehmen können, Taschenhaken an der Handschuhfachabdeckung, strukturierte Staufächer im Kofferraumboden, griffgünstig postierte Handy-Schale samt Induktivladestation, Kredit- und Parkkartenhalter am Armaturenbrett.

Bei aller städtischen Orientierung hat der junge Schwede auch den Auftrag, sportlich sein zu können. Die Start-Motorisierungen untermauern das: Es sind fürs Erste ein Zweiliter-Vierzylinder-Diesel sowie ein -Benziner, beide mit Allradantrieb und Achtgang-Automatik kombiniert: Der D4 AWD hat 190 PS, der T5 AWD offeriert 247 PS. Im kommenden Jahr folgt mit dem T3 ein Einstiegsaggregat nach: ein neuer 1,5-Liter-Dreizylinder-Turbobenziner mit 156 PS, Frontantrieb und manueller Sechsgangschaltung. Dieser Dreizylinder ist Kooperationspartner für den künftigen Plug-In-Hybrid-Antriebsstrang, und es wird auch einen Batterie-Elektriker geben.

Als Kulisse für die Welt­premiere des XC40 hat Volvo nicht die IAA in Frankfurt, Deutschland, gewählt, sondern die Fashion Week in der Modemetropole Mailand, Italien. Die läuft noch, und wer‘s an diesem Wochenende in die Lombardei schafft, kann den neuen Schweden bis einschließlich Sonntag live begutachten. Der Österreich-Verkaufsstart war am 21. September. Das Show­debut liefert er im Jänner 2018, im Volvo Design Cube beim „Eistraum“ vor dem Rathaus in Wien. Zu den Händlern kommt er im Februar 2018. Für ab 31.600 Euro.




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