Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 23.09.2017


Motor News

Der gute Kumpel für alle Fälle

Bei den Pick-ups gehört Renault zu den Spätzündern. Doch jetzt soll der neue Alaskan im stetig wachsenden Segment der Universalgenies kräftig mitmischen.

© WerkRenault bietet den neuen Alaskan, der im boomenden Pick-up-Segment punkten soll, ab 33.600 Euro brutto an.



Von Walter Schrott

Ljubljana – Pick-ups sind im Vormarsch. In vielen Teilen der Welt – vor allem dort, wo ohne Allradantrieb kein Weiterkommen ist – gehören sie seit Jahrzehnten zum Straßenbild. Aber auch die Europäer haben ihre Liebe zu den vielseitigen Kleinlastern entdeckt. Egal ob Familien, Freizeitsportler oder Gewerbetreibende, immer mehr Autokäufer entscheiden sich für die Alleskönner.

Die Japaner und Amis sind dabei seit urdenklichen Zeiten dick im Geschäft, die europäischen Hersteller haben erst spät die Marktlücke erkannt. Zu den Spätzündern gehört auch Renault, doch jetzt ist es so weit: Die Franzosen schicken in Europa ihren ersten Pick-up ins Rennen. Schwer haben sie sich dabei nicht getan, denn sie konnten dank der Allianz Renault-Nissan aus dem Vollen schöpfen. Der Alaskan ist weitestgehend ein technischer Zwilling des Nissan Navara. Und der gehört länger zu den erfolgreichsten Vertretern seiner Spezies.

Natürlich haben die Franzosen ihren Newcomer ganz in der Fasson des Hauses eingekleidet. Die Frontpartie trägt stolz und wuchtig die Marken-DNA zur Schau. Der Alaskan präsentiert sich eindeutig als Lifestyle-Pick-up, der die Marktführerschaft von Renault bei den leichten Nutzfahrzeugen festigen, aber auch Privatkunden ansprechen soll. Beim Interieur hat man sich die optische Abgrenzung zum Japan-Bruder erspart und – ausgenommen das Lenkrad mit dem Renault-Logo – das Cockpit eins zu eins vom Navara übernommen. Alles fein gemacht und ergonomisch ohne Tadel.

Trotz der modischen Ausrichtung mischt der Alaskan aber talentiert auch bei Nutzwert und Vielseitigkeit mit. Basis dafür sind der stabile und verwindungssteife Leiterrahmen, der harte Einsätze ermöglicht, sowie das bewährte Allradsystem. Trotzdem ist der attraktive Franzose kein grober Bock, der die Bandscheiben malträtiert. Die neue Mehrlenker-Hinterachse mit Schraubenfedern sorgt für erstaunlichen Onroad-Fahrkomfort. Mit bis zu 1000 Kilo Zuladung löst der Pick-up diverse Transportaufgaben und er darf Anhänger bis 3,5 Tonnen an den Haken nehmen. Im Normalfall ist der Alaskan mit Heckantrieb unterwegs, bei schlechter Traktion oder in leichtem Gelände kann per Drehschalter bis 60 km/h der 4WD-Modus aktiviert werden. Dann verteilt das System die Antriebskraft im Verhältnis 50:50 zwischen Vorder- und Hinterachse.

Und wenn sich Stock und Stein in den Weg stellen, spielt der Alaskan erst so richtig seine Stärken aus. Im Modus 4LO tritt das Untersetzungsgetriebe in Aktion und sorgt auch in schwerem Gelände für sicheres Weiterkommen. Wer damit immer noch nicht auskommt, kann optional ein mechanisches Sperrdifferenzial für die Hinterachse ordern.

Unter der mächtigen Haube brummt der aufgeladene 2,3-Liter-Common-Rail-Diesel aus dem Hause Renault, der in zwei Leistungsstufen (163 und 190 PS) verfügbar ist. Die Kraftübertragung besorgen ein 6-Gang-Schaltgetriebe oder eine 7-Stufen-Automatik. Dazu bietet Renault eine ganze Reihe an Assistenzsystemen, viele Komfort- und Infotainment-Features und praktisches Zubehör für diverse Einsätze auf. Unter anderem Verzurrsysteme und ein stylisches Hardtop für die Ladefläche.

Der Alaskan kann als viertüriger Doppelkabiner mit fünf Sitzen ab sofort bestellt werden, Marktstart ist Ende Oktober. Später folgen weitere Versionen, wie etwa ein Einzelkabiner mit längerer Ladefläche. Zur Wahl stehen die drei Ausstattungsversionen Access, Zen und Intens. Preislich (jeweils brutto) geht es bei 33.600 Euro los (160 PS Access, 6-Gang), die Topversion Intens mit 190 PS und Automatik gibt es ab 45.360 Euro. Ideal für Gewerbetreibende: Der Alaskan ist vorsteuerabzugsberechtigt.




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