Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 25.11.2017


Mercedes A-Klasse

Gespitztes Profil, geschärfter Sex-Appeal

Zum 20. Geburtstag der A-Klasse stellt Mercedes den Kompakten auf eine komplett neue Plattform.

© WerkEinrichtungsdetails der E-Klasse ziehen in die A-Klasse ein. Die neuen Dimensionen sind noch geheim.



Stuttgart – Einen spektakulären Start hatte die Mercedes A-Klasse 1997 hingelegt. Was als „Elchtest“ in die Automobil-Historie eingegangen ist, das war das Initial für das elektronische Stabilitätsprogramm (ESP). Da ging die Innovation der Sandwich-Bauweise fast unter. Zudem hat sich der 3,6 Meter kurze Kompakte eher Van- als Sport-Meriten eingefahren. Das änderte der Modellwechsel von 2012, die Stuttgarter schwenkten um auf dynamischen Flachmann. Das Minivan-Thema übernahm auf gleicher Plattform die B-Klasse.

Jetzt steht die neue Generation des, abgesehen vom Smart, kleinsten Mercedes an. Dass dem A-Kandidaten das Profil deutlich zugespitzt wurde, ist am EQA-Concept, gezeigt auf der IAA in Frankfurt. Ziel ist, mit von Sicken befreiter Konturierung, ein geschärftes Maß an Sex-Appeal. Schließlich zielt die Sternen-Marke auf eine weitere (Publikums-)Verjüngung ab. Am camouflierten Vorserienmodell ist selbst unter UV-Licht sichtbar, dass die Frontscheinwerfer schmaler sind, dass der Popo akzentuierter und weniger rundlich erscheint, wozu die neu konturierten geteilten Heckleuchten beitragen.

Auch wenn die Äußerlichkeiten noch verschleiert sind und über die Dimensionen des Karosseriewachstums seitens Mercedes eisern geschwiegen wird: Einen Einblick ins Interieur haben die Stuttgarter bereits freigegeben. Der offenbart Innenraum-Erweiterung um Kopf, Schultern und Knie, das Ladeabteil fasst 29 Liter mehr als bisher (370 l), mit erweiterter Ladebreite sowie -tiefe.

Eine Probesitzung im künftigen A-Kandidaten offenbart auch, in welche Richtung Design, Materialanmutung und Ausstattung zielen: Oberklasse-Feeling. Am augenfälligsten ist die neu arrangierte Cockpit-Einrichtung, mit dem frei stehenden Anzeigen- und Infotainment-Display, das man aus der neuen E-Klasse kennt. Ebenso wie die Lüftungsdüsen im Turbinen-Design. Dazu kommt unter anderem das Touchpad auf der Mittelkonsole.

Mit der nächsten A-Klasse soll auf neuer Plattform der bisherige Erfolg gepusht werden. Die Kompakt-Baureihe zeitigte bislang insgesamt 5,555.555 Auslieferungen. Mit der Ausweitung des Derivate-Offerts auf acht Varianten – zu 5-Türer, GLA, B-Klasse, CLA und einem Shooting Brake kommt voraussichtlich neben einem E-Modell und einer Limousine ein GLB mit bis zu sieben Sitzen – will Stuttgart mindestens die Zehn-Millionen-Marke knacken. Marktstart der neuen A-Klasse ist im Frühjahr 2018. (bkh)




Kommentieren