Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 02.12.2017


Skoda

Flinker 1100 OHC wird 60

Škodas Rennwagen hatte zwar nur 85 PS, war aber bis zu 200 km/h schnell.

© WerkVom offenen 1100 OHC gibt es nur zwei Fahrzeuge, eines ist im Škoda-Museum in Mladá Boleslav.



Salzburg – Dass Škoda sportliche Autos bauen kann, beweist die Marke quasi alltäglich mit dem Kürzel RS, das für die schnellsten Serienautos der Marke steht. Dabei blickt die VW-Tochter auch auf eine interessante Historie zurück, wie sich anhand des 1100 OHC feststellen lässt. Vor sechs Jahrzehnten stellte Škoda zunächst zwei offene Prototypen vor, 1959 folgten zwei Coupés auf derselben Basis. Das Modell war nur 3,88 Meter lang, 1,43 Meter breit und 964 Millimeter hoch, außerdem wog es als offene Version nur 550 Kilogramm (Coupé: 618 kg). Damit hatte also der 85 PS starke Vierzylinder keine Mühe, auch wenn ihm nur 1,1 Liter Hubraum zur Verfügung standen. Die Beschleunigung war stark, die Höchstgeschwindigkeit betrug zwischen 190 und 200 km/h.

Eine seiner vielen Besonderheiten waren die Verwendung von Gitterrohrrahmen und die ausgewogene Gewichtsverteilung. Und: Wegen der „schwierigen politischen Lage in den späten 1950er- und frühen 1960er-Jahren“ waren die flinken Rennwagen nur in „sozialistischen Ländern“ im Einsatz, wie es in einer Mitteilung des österreichischen Škoda-Importeurs heißt. Allerdings waren die Autos nicht nur auf abgesperrten Strecken unterwegs, sondern auch auf gewöhnlichen Straßen. Das hatte auch negative Folgen, denn die beiden Coupés wurden bei Unfällen schwer beschädigt, Restauratoren sind derzeit mit dem Wiederaufbau beschäftigt. Immerhin befindet sich ein 1100 OHC im Škoda-Museum in Mladá Boleslav. (hösch)




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