Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 09.12.2017


Subaru

Kleiner Förster, große Ambition

Subaru schickt den XV in die zweite Generation. Das Kompakt-SUV auf neuer Plattform ist unverändert allradangetrieben und Boxer-motorisiert.

© WerkDer neue Subaru XV führt auf Basis einer neuen Plattform die Optik seines Vorgängers fort und hat seine On- und Offroad-Talente verfeinert.



Von Beatrix Keckeis-Hiller

Riga – Subarus gelten als Förster-, Jäger- und Hüttenwirt-Gefährten. Das kommt nicht von ungefähr, häufig sind sie in Wäldern und zwischen Feldern anzutreffen, zunehmend auch in Städten oder deren Nahbereich. Spätestens, seit die japanische Allradmarke ihr Modell-Portfolio um den XV erweitert hat. Der kompakte Crossover startete 2011 und ist jetzt bereit zum Übergang in die zweite Modellgeneration. Ein Vorbote stand im Frühjahr auf dem Autosalon in Genf. Da mag nicht jeder sofort den Unterschied zum Vorgänger erkannt haben – vom Exterieur her betrachtet. Auf das hat sich Subaru auch nicht vordergründig konzentriert, gerade die LED-Lichtsignatur und an der Front sowie am Heck Details retuschiert. Augenfälliger ist der Generationensprung im Interieur, anhand von Aufgeräumtheit – samt LCD-Info-Display und integriertem 6,5- oder 8-Zoll-Screen, verfeinerten Materialien und mit gerade richtig überschaubaren Mix aus Schaltern, Reglern und Tasten.

Was man von außen nicht sieht, ist, dass die Plattform neu ist (sie wird die globale skalierbare Basis für alle zukünftigen Modelle sein, für den neuen Impreza ist sie es schon). Doch man spürt es. Man fühlt, dass der nach allen Seiten ein wenig gewachsene, knapp viereinhalb Meter lange XV an Karosseriesteifigkeit zugelegt hat, damit ebenfalls an Manövrierbarkeit im Verein mit der präzisen und feinfühligen Lenkung sich ordentlich verbessert hat.

Erfahren ließ das Subaru Europa im direkten Vergleich zwischen dem Jungen und dem Neuen auf dem Terrain eines Fahrtechnik-Trainingszentrums unweit der lettischen Hauptstadt Riga. Dort hatte der bereits eingesetzte Winter auf Handling- und Offroad-Kurs sowie Wald-Parcours für ungesalzene, rutschige und eisige Bedingungen gesorgt. Dabei fiel auch fühlbar auf, dass der XV einer der leichtesten seines Segments ist; mit ab 1408 Kilo Eigengewicht trotz seines traditionellen permanenten und serienmäßigen Allradantriebssystems (unterstützt durch ein Torque Vectoring System).

Sowohl auf befestigten als auch offroadigem Untergrund punktet der Japaner zudem mit optimiertem Abrollkomfort sowie Geräuschdämmung. Die muss sich zwar sowieso nicht mehr gegen nagelnde Antriebe behaupten: Diesel ist für den XV passé. Es gibt nur zwei Benziner, selbstverständlich beide Boxer, beide optimiert, einer mit 1,6 und einer mit 2,0 Litern Hubraum. Die sind, mit 114 respektive 156 PS, in den Österreich-Modellen stets zusammengespannt mit dem bekannten und überarbeiteten CVT-Getriebe, das sieben Schaltstufen simuliert. Es entwickelt zwar beim forcierten Beschleunigen auf der Autobahn immer noch die typischen Heul-Attitüde, doch im Gelände kann es mit gerade richtig spontanem und weichem Anfahrverhalten absolut überzeugen.

Alternative Antriebssysteme sind zwar angedacht – in den USA gibt es einen hybriden XV, der allerdings nicht rasend nachgefragt wird –, doch steht dieses Thema bei Subaru derzeit nicht im Hauptfokus. Ambitioniert ist Subaru, was die Verjüngung des Kundenkreises ist. Das ist mit dem Kompakt-Erstling bereits gelungen, sein Nachfolger soll da kräftig nachlegen. Atouts dafür sind die Exklusivität, die Haltbarkeit und die umfassende Basisausstattung, die sich mit überkandidelten Technik-Spielereien zurückhält, dafür aber zu den bereits genannten Ingredienzien unter anderem den Offroad-Assistenten „X-Mode“ und das Fahrassistenzsystem „EyeSight“ (eine Bündelung elektronischer Helferleins auf Basis einer Stereokamera) serienmäßig addiert.

Der Preis: ab 23.990 Euro. Die ersten Auslieferungen erfolgen ab Mitte Dezember. Die offizielle Markteinführung findet auf der Vienna Auto Show statt – von 11. bis 14. Jänner 2018.




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