Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 03.03.2018


Skoda

Elegantes Eistanzen am Polarkreis

In Finnland legte Škodas 4x4-Truppe eine überzeugende Talentprobe ab. Allrad gibt es in vier Baureihen und 13 Modellvarianten.

© WerkSchnee- und eistauglich sind die 4x4-Varianten von Škoda – wie hier der Superb Combi.



Von Walter Schrott

Rovaniemi – In der Hauptstadt von Finnisch-Lappland tummeln sich im Winter die großen Automarken und auffallend viele japanische Honeymooner. Erstere um Autos unter Extrembedingungen zu testen. Zweitere anscheinend weniger aus touristischen Motiven. Wenn nämlich ein Kind unter dem magischen Polarlicht gezeugt wird, soll es ein Leben lang Glück haben. Ob die Japaner das wirklich glauben, oder ob ihnen diese Aussicht von cleveren Tourismus-Strategen schmackhaft gemacht wird? Škoda jedenfalls hat mit übersinnlichem Hokuspokus nichts am Hut, sondern setzt auf knallharte Fakten, wenn 4x4-Modelle getestet werden.

In der Allrad-Liga spielt Škoda ganz vorne mit. Erste Versuche gab es schon in den 1930er-Jahren für Militärfahrzeuge. 1999 ging es im zivilen Bereich richtig los mit dem Octavia Combi 4x4. Seither hat Škoda mehr als 700.000 Allradmodelle abgesetzt. Tendenz steigend, mittlerweile sind 19 Prozent aller verkauften Škodas auf allen Vieren unterwegs. Aktuell sind in den vier Baureihen Octavia, Superb, Kodiaq und Karoq 13 Allrad-Modelle im Programm.

Jetzt hat uns die 4x4-Truppe aus Mlada Boleslav bei klirrender Kälte am Polarkreis gezeigt, was in ihr steckt. Tiefschnee? Kein Problem. Die tschechischen Allradler wühlen sich nachdrücklich durch die weiße Pracht. Und selbst beim fröhlichen Eistanz auf dem spiegelglatten Rundkurs und auf einer anspruchsvollen Handling-Strecke durften wir Grenzwerte ausloten, an die sich im Alltag sowieso kein Autolenker heranwagt. Im direkten Vergleich mit Fronttrieblern wird so richtig klar, welche Sicherheitsreserven vier angetriebene Räder tatsächlich bieten. Nicht nur im Winter, sondern ganzjährig bei flotten Kurvenfahrten, Aquaplaning oder Seitenwind.

Herzstück des Allradantriebes ist die elektronisch gesteuerte Lamellenkupplung an der Hinterachse, die das Antriebsdrehmoment ganz nach Erfordernis vollautomatisch regelt. Škoda verbaut die neueste Generation des bewährten Systems, die kompakter und um 1,4 Kilo leichter geworden ist. Der Fahrer kann sich darauf verlassen, dass die Elektronik in Millisekunden auf Traktionsverlust reagiert und verschiedenste Parameter berücksichtigt, die von den Assistenzsystemen geliefert werden. Die Kraft wird dann variabel zwischen Vorder- und Hinterachse verteilt.

Das geht so weit, dass im Extremfall bis zu 100 Prozent des Kraftflusses an nur ein Rad – jenes mit der besten Traktion – geleitet wird. Damit ist in nahezu allen Situationen sicheres Weiterkommen garantiert. Wobei der Karoq, der Kodiaq und der Octavia Scout mit erhöhter Bodenfreiheit durchaus Ausflüge in mittelschweres Gelände erlauben. Im Schubbetrieb oder bei normalen Fahrbedingungen wird das Škoda-Quartett immer spritsparend über die Vorderräder angetrieben. Was Autofahrer aber nie vergessen sollten: Physikalische Grenzen außer Kraft setzen, kann auch ein Allradantrieb nicht.

Wie sehr die Österreicher auf die Škoda-Allradler abfahren, zeigt die Statistik 2017. Der Yeti brachte es auf einen 4x4-Anteil von 59 Prozent. Octavia und Superb lagen bei 31,3 bzw. 22,8 Prozent. Beim Kodiaq betrug der Allradanteil satte 79 Prozent und der brandneue Karoq hält bei 54 Prozent. Die kleine Alpenrepublik war damit für Škoda der sechstgrößte Markt in Europa.




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