Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 21.04.2018


Opel

Opels Sportcoupé wird fünfzig

Die Form war auffällig, die Motorisierung eher zurückhaltend – für den Kult reichte es.

© HeimbachOpel kann auch sportlich: Vor fünfzig Jahren begann die Produktion des Coupés GT.



Wien – Ein Blick allein aufs Datenblatt des Jubilars würd­e heutzutage keinen vom Hocker reißen: Entweder 60 oder 90 PS, die stärkere Variante schafft eine Höchstgeschwindigkeit von 185 km/h. Das klingt nach einem alltagstauglichen, aber eher langweiligen Kleinwagen. Der Augenschwenk auf die Karosserie zeugt aber vom Gegenteil: Ein elegantes Sportcoupé mit flacher, lang gezogener Motorhaube und kurzem Überhang vorne zeigt sich dem Betrachter. Mit dem Opel GT konnten sich Autofreunde erstmals 1965 auf der Internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurt anfreunden; dann verstrichen drei Jahre, bis das Modell in Serie gefertigt wurde. Die Resonanz war enorm, innerhalb von fünf Jahren verkaufte sich das mit dem Kadett B verwandte Fahrzeug 103.463-mal. Der nur 4,11 Meter lange und weniger als eine Tonne wiegende GT eignete sich für den Motorsport, auch eine Cabrio-Version wurde ausprobiert. Doch mehr als eine offene Studie brachten die Opelaner zunächst nicht zuwege.

Im 21. Jahrhundert sollt­e sich das ändern – und rächen. Von 2007 bis 2009 produzierte Opel den GT in Neuauflage als Roadster. Allerdings war die Nachfrage nach dem Zweisitzer außergewöhnlich gering, keine 10.000 Stück wurden abgesetzt. Dabei machte das Datenblatt durchaus Appetit auf dynamisches Fahren: Ein Zweiliter-Vierzylinder-Turbobenziner leistet 264 PS und beschleunigt in 5,7 s von null auf 100 km/h. Für den Kultstatus reichte das aber nicht aus. (hösch)




Kommentieren


Schlagworte