Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 21.04.2018


Motor News

Ein paar Dellen im Automarkt

In einigen europäischen Märkten ging die Zahl der Pkw-Neuzulassungen zurück.

© EUDer Wind wird rauer für die Absatzregion Europäische Union: Im März gab es ein Minus bei den Pkw-Neuzulassungen.



Brüssel – Vielleicht ist die Frage zu früh, erlaubt muss sie angesichts der Wirtschaftsgeschichte schon sein: Geht der aktuelle Autoboom zu Ende? Zumindest dürfte es unruhiger werden, symbolisch dafür stehen die anstehenden Umbrüche bei Opel (Groupe PSA) und der Führungswechsel beim Volkswagenkonzern. EU-weit reduzierten sich im Vormonat die Pkw-Neuzulassungen um 5,3 Prozent auf 1,793 Millionen Einheiten (verglichen mit dem Vorjahresmonat), wobei vor allem große Staaten wie Großbritannien, Deutschland und Italien an Terrain verloren. Auch in Österreich gab es mit 35.407 Neuzulassungen ein ungewohntes Minus von 3,9 Prozent. Zwar liegt die heimische Branche im ersten Quartal dank guter Jänner- und Februar-Ergebnisse mit 2,2 Prozent noch im Plus (EU: plus 0,7 Prozent), aber es zeichnen sich schon weitere Probleme ab: Die Umstellung der Verbrauchsangaben vom veralteten NEFZ (Neuer Europäischer Fahrzyklus) auf WLTP (Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure) dürfte für Verunsicherung sorgen, da sich die Berechnungsbasis insbesondere für die Normverbrauchsabgabe ändert, in den meisten Fällen erhöht. Schon jetzt reagieren Autohersteller auf das veränderte Prozedere mit einer vorläufigen Reduktion des Angebots, indem bestimmte Motor-Getriebe-Kombinationen zumindest befristet vom Markt genommen werden. Für einen Boom sind das erschwerte Rahmenbedingungen. (hösch)




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