Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 23.06.2018


Motor News

Ein Sektor voller Stolz und Blamage

Die Automobilbranche steckt inmitten eines gewaltigen Umbruchs und steht teilweise stark unter Beschuss, vor allem, aber nicht nur wegen des Diesels.

© WerkMagna erhält für das Forschungsfahrzeug FCREEV den Energy Globe Award Austria.



Innsbruck – Erfreut und erschüttert, ernüchternd und erhellend, schließlich erstaunt – all diese Zuschreibungen lassen sich in den vergangenen Tagen und Wochen in der Automobilwelt finden.

Die Freude ist groß beim Zulieferer Magna – das Unternehmen gewinnt für das Forschungsfahrzeug FCREEV, das Brennstoffzellentechnik mit einem bekannten Batteriesystem verbindet, den Energy Globe Austria Award. Ernüchternd ist die Bilanz, die Branchenkenner Ferdinand Dudenhöffer im Ö1-Mittagsjournal den Autoherstellern anlässlich des massenhaften Rückrufs von Mercedes ausstellte. Ehrlich, so der Fachmann, sei keiner, der mit der Produktion von Dieselmotoren zu tun habe, ehrlich sei Tesla.

Das Elektroautounternehmen steht trotz aller Selbstzünder-Ferne unter starkem Druck – Chef Elon Musk hat vor, sich von neun Prozent der Belegschaft zu trennen, um profitabel zu werden. Wie weit Tesla davon entfernt ist, zeigt der ernüchternde Blick ins aktuelle Wirtschaftsmagazin Fortune 500 (Preis: sechs Euro), das die größten amerikanischen Unternehmen auflistet. Tesla rangiert hier auf Platz 260 – mit einem Verlust von fast zwei Milliarden US-Dollar. Noch größer ist das Minus, das GM auf Platz zehn einfährt: 3,86 Milliarden US-Dollar Nur Ford (Rang elf) behauptet sich: mit 7,6 Milliarden US-Dollar Gewinn.

Dass Tesla auf eine vielversprechende Antriebstechnik setzt, zeigt die Entwicklung der Elektromotoren, dargestellt in dem erhellenden Bericht „Fahren unter Strom“, der im Juni-Heft von Spektrum der Wissenschaft (Preis: 8,50 Euro) zu finden ist. Wen es nach mehr Informationen über die Mobilität der Zukunft dürstet, der ist mit dem erstaunlich vielschichtigen Sonderheft Auto, Motor und Sport Spezial – So fahren wir morgen“ (Preis: 6,90 Euro) für den Anfang recht gut bedient. (hösch)