Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 30.06.2018


Motor News

Durch die Schluchten des Balkan

Bereits zum dritten Mal veranstaltete Škoda die Euro Trek. Und wieder ging es in den Osten, diesmal nach Mazedonien, genauer gesagt die Republik Nord-Mazedonien.

© FFAuch abseits befestigter Straßen sicher unterwegs: der Kodiaq von Škoda.



Von Franz Farkas

Sofia – Unsere Fahrzeuge waren auch diesmal Škoda Kodiaq, diesmal allerdings die eher hemdsärmelige „Scout“-Version, die auch wesentlich besser zu den reichlichen Offroad-Einsätzen auf dieser Tour passte. Start war in Bulgarien, genauer gesagt in Sofia. Von dort ging es über die Hausberge der bulgarischen Hauptstadt, das Vitosa-Gebirge zum ebenfalls sehr nahe gelegenen Pancharevosee, der ebenfalls immer gut besucht ist. Man sieht ihm erst auf den zweiten Blick an, dass er künstlich angelegt ist, was seiner Popularität bei den Bulgaren keinen Abbruch tut. Nach einem kurzen Abstecher auf einem alten Militärflughafen, wo man kurz die Power des immerhin 90 PS starken Kodiaq testen konnte, kam wieder der Ernst des Lebens in Form einer strengen Grenzkontrolle beim Übertritt nach Mazedonien. Sowohl auf der bulgarischen als auch auf der Mazedonischen Seite werden mit grimmiger Miene Pass und Autopapiere geprüft und ein suchender Blick in den Kofferraum geworfen. Danach ging es zum Malesevo-Berg, von dem man eine herrliche Aussicht sowohl nach Bulgarien als auch nach Mazedonien hat. Der erste (kurze) Abstecher ins Offroad-Gelände in Richtung Hotel bot einen Vorgeschmack dessen, was uns an den nächsten beiden Tagen erwarten würde. Einsame, wilde Bergwelten, höchstens bewohnt von einigen Schaf- oder Rinderhirten mit ihren Tieren, raue Trails und eine immer wieder wechselnde faszinierende Landschaft.

Der nächste Tag begann recht früh, da eine lange Etappe auf dem Programm stand. Durch die Konecka-Berge ging es auf regendurchweichten Pisten über einen recht steilen Pass, den die Škodas mit Bravour meisterten. Es ist immer wieder erstaunlich, was sich mit diesen doch recht behäbig wirkenden Autos alles anstellen lässt. Der einzige Dreh- und Angelpunkt sind die Reifen. Das Ersatzrad am Dach unserer Fahrzeuge war beileibe keine Zierde, diverse Schäden an der Tagesordnung. Das Tikvestal empfing uns mit ausgedehnten Weingärten, es ist das größte Wein­anbaugebiet Mazedoniens. Nach einem wie immer im Land opulenten Mittagessen auf einem Weingut, aber leider keiner Verkostung, ging es weiter über die Weinhauptstadt Kavadarci auf einer alten Militärstraße aus dem Zweiten Weltkrieg nach Dunje. Dieses Dorf ist seit einigen Jahren verlassen und typisch für das Phänomen Landflucht, das hier besonders extrem ist. Immer wieder fuhren wir durch fast menschenleere Dörfer, teilweise noch im Bau befindliche Häuser verfallen, weil die Bewohner die Region oder gleich das Land auf der Suche nach besseren Lebensbedingungen verlassen.

Am letzten Fahrtag stand ein besonders „Zuckerl“ am Programm: der Prespa- und der Ohridsee. Beide Seen sind bis zu 300 Meter tief und beherbergen endemische Fischarten. Vorerst ging es über das Baba-Massiv in Richtung des Prespasees. Nachdem wir das Ufer entlanggefahren waren, ging es durch die wilde Landschaft des Galicica-Nationalparks. Die rote Erde hatte sich durch anhaltende Regenfälle in den letzten Wochen in eine einzige Schlammwüste verwandelt. Unsere Kodiaqs hatten reichlich Mühe durchzukommen, aber es wurde geschafft, auch wenn wieder einige Reifenschäden zu beklagen waren. Die herrliche Natur entschädigte trotz Nieselregens reichlich, doch waren alle Teilnehmer froh, als der wirklich beeindruckende Ohridsee in Sicht kam. Als Schlussetappe wurde noch der schluchtenreiche Mavrovo-Nationalpark erforscht, der sich vor allem durch seinen Wasserreichtum auszeichnet. Ein Abend in Skopje, der Hauptstadt der noch jungen Republik, bildete den Abschluss einer denkwürdigen, aber auch anstrengenden Tour.




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