Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 30.06.2018


Motor News

Ein Bärchen für jeden Tag des Jahres

Als Stargast des zweiten Panda-Treffens in Pandino präsentierte Fiat-Boss Luca Napolitano höchstpersönlich das neue Sondermodell „Panda Waze“.

© LaPresseFesta alla Fiat: 365 Pandas versammelten sich in Pandarino bei Cremona, die Sonder-Edition „Waze“ war Stargast.



Von Beatrix Keckeis-Hiller

Pandino – Es sind nicht immer die großen Boliden, die eine große Fangemeinde mobilisieren. Ein Beispiel ist der Fiat Panda, der 1980 von Designer Giorgio Giugiaro in der Nachfolge des 126ers als „Haushaltsgerät auf Rädern“ kreiert wurde – eine dreitürige mobile Schachtel mit völlig unverschachteltem Styling und simpler Technik. Er brachte es auf eine Länge von nur einer Idee mehr als 3,4 Metern, ab 1983 gab’s Allradantrieb (von Steyr Puch Graz), eine Premiere im Winzwagen-Segment, zwischenzeitlich auch Diesel und verschiedenste Varianten, teils modisch (Sisley), teils sportlich (Italia, zur Fußball-WM 1990) orientiert.

Mit den Generationswechseln von 2003 und 2011 hat er sich Fünftürigkeit und Rundungen zugelegt. Jetzt ist er immerhin schon knapp 3,70 Meter lang, ist Allrad an Bord, wird der nicht mehr mechanisch, sondern elektronisch generiert. Die Sondereditionen-Strategie setzt Fiat fort, das Bärchen – von den Italienern Pandino (= kleiner Panda) genannt – kann ein City-Typ sein, ein Kleinsttransporter oder ein martialisch auftretender Offroader. Optik-Merkmale des Letzteren kennzeichnen ein neues Sonder-Modell: den Panda „Waze“. Das Robust-Styling ist jedoch ein Extra, da diese Spezialausgabe nur die Fronttriebler betrifft. Kern ist, von Fiat-Chef Luca Napolitano höchstpersönlich präsentiert, die App „Waze“, die hier serienmäßig in die hauseigene App „U-Connect“ integriert ist. Das ist eine Verkehrs- und Navigations-App, die auf GPS-Daten und den Informationen einer weltweiten Community – mit mehr als hundert Millionen Mitgliedern – basiert. Als „Wazer“ wird man über Staus und passende Ausweichrouten informiert, auch über die nächste günstige Tankstelle und vieles mehr. Damit kann der Panda zum Social-Media-Werkzeug werden.

Nun mag man dem Phänomen der Internetgemeinden gegenüberstehen, wie man will. Im Falle des Fiat Panda können sie mobilisierend wirken: Eine Süditalienerin entdeckte, dass es in Norditalien einen Ort namens Pandino gibt. Also beschloss sie im Vorjahr, mit ihrem Pandino dorthin, in die Provinz Cremona, nahe Mailand, zu fahren. Das tat sie auf Facebook kund, und am Ende versammelten sich rund 200 Pandinisti in dem malerischen Örtchen, dessen Schloss einst das Jagdquartier der Visconti war.

Heuer setzte die Bürgermeisterin ihre Tatkraft hinter das automobile Stelldichein, und es kamen 365 Panda-Fans – vornehmlich junge Leute – mit ihren Gefährten, aus Italien, Österreich, der Schweiz, Deutschland, England und Belgien. Das ist Weltrekord.

Vor dem Schloss der Visconti stand für jeden Tag eines Jahres ein Panda-Bärchen. In vielfältigsten Variationen dreier Generationen. Der eine (neue), der nach der über 27 Kilometer führenden Parade durch die umliegenden Dörfer als Letzter – und damit zu spät – eingetroffen ist, hätte die Schaltjahr-Vorgabe erfüllt. Und wären alle Pandas aus der Umgebung von Pandino dazugekommen, wären es locker 400 gewesen. Das ist die Mindest-Messlatte fürs kommende Jahr. Bestellbar ist der Panda „Waze“ ab Juli, ausgeliefert wird er ab August, der Preis des Sondermodells beträgt 13.990 Euro.




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