Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 28.07.2018


Motor News

Frechheit siegt im zweiten Anlauf

Der erste Audi Q3 mobilisierte zwar die Käufer, aber kaum deren Herzen. Der zweiten Generation dürfte dies dank ansprechender Optik, erfrischender Innenraumgestaltung und cleveren Raumlösungen gelingen.

© WerkAudi produziert den neuen Q3 im ungarischen Györ, der Marktstart erfolgt gegen Ende des Jahres.F



Von Markus Höscheler

München – Zugegeben, mit der Formensprache der ersten Q3-Generation hadern wir noch heute. Das mag aber die Käufer nicht stören – und von denen gibt es viele, die meisten sind wohl zufrieden. Laut Audi haben sich weltweit über 1,1 Millionen Frauen und Männer in den vergangenen Jahren das Kompakt-SUV angeschafft. Das ist ein eindrückliches Zeichen, dafür, dass die Vier-Ringe-Marke mit der Lancierung der Baureihe eine richtige Entscheidung getroffen hat. Insofern gibt es nichts zu korrigieren – die kritischen Äußerungen über Style und Funktion – gesammelt über Jahre – haben aber das Audi-Team nicht kaltgelassen. Den Ingolstädtern wurde klar, dass ein Nachfolger den Vorgänger in vielen Belangen zu übertreffen hat. Dafür gibt es weitere Gründe, etwa die zunehmende externe Konkurrenz im Revier der Kompakt-Sport-Utility-Vehicles, und das wachsende Modellangebot innerhalb der Marke. Der Q2 drängt von unten mit keckem Erscheinungsbild, der angekündigte Q4 sorgt für weitere Aufregung im Sektor.

Beim neuen Q3 hat sich die zuständige Audi-Mannschaft zum Ziel gesetzt, ihn sportlicher, moderner und vor allem praktischer zu machen. Die erste Begegnung mit dem Modell in einer riesigen Halle im Großraum München vermittelt das gewünschte Resultat: gelungen in jeder Hinsicht.

Beginnen wir mit der frischen Optik, vor allem mit dem plastischen Oktagon-Singleframe-Kühlergrill: Der ist einmal mehr ein Beweis dafür, dass Audi die Ideen noch nicht ausgegangen sind, wenn es um die Gestaltung eines überzeugenden zentralen Lufteinlasses geht. Zerklüftet und dreidimensional sind weitere Front-Elemente angeordnet, etwa die Stege, die seitlichen Lufteinlässe und die Scheinwerfer, die es in drei verschiedenen Ausführungen gibt. Allesamt basieren sie auf zeitgemäß anmutender LED-Technik, in der höchsten Ausbaustufe als Matrix-Licht inklusive adaptiven Funktionen erhältlich. Seitlich fallen muskulöse Schultern, stark ausgeprägte Seitenschweller und eine sanft geschwungene Dachlinie auf, hinten wirkt das Heck mit zweigeteilten Rückleuchten und einigen horizontalen Kanten stimmiger als beim erfolgreichen Vorgänger. Was von besonderer Bedeutung ist: der Längenzuwachs. Zwischen Bug und Heck legt der Q3 um zehn Zentimeter auf 4,49 Meter zu – davon profitieren der Radstand und in der Folge der Innenraum. Für die Insassen wird es gemütlicher, für die zu transportierenden Güter wird es großzügiger. Wenigstens 530 Liter bietet das Ladeabteil im neuen Q3 an – und das ist erst der Anfang. Dank einer serienmäßig verbauten, längs verschiebbaren Rückbank (um 15 cm) fasst der Kofferraum sogar 675 Liter. Sind die Rücksitzlehnen (Verhältnis: 40:20:40) erst einmal umgelegt, ergibt sich ein dachhoher Stauraum im Ausmaß von 1525 Litern. Mangelnder Nutzwert? Mitnichten!

Kraftvoll umgekrempelt hat Audi beim Q3 auch die Instrumententafel – mit dem Analogen ist die VW-Tochter abgefahren, mit dem Digitalen dagegen aufgefahren. Ab Werk gibt es mindestens ein 10,25 Zoll großes Digitalinstrumentarium (Audi Virtual Cockpit), das gegen Aufpreis auf 12,3 Zoll aufgestockt wird. Ein weiteres Zentraldisplay mit Touchfunktion in unterschiedlichen Größen, abhängig vom gewählten Ausstattungsniveau, kann mit Infotainment, Navigation beziehungsweise Vernetzung aufwarten. Außerdem gibt es ab Werk und optional eine bunte Palette von Fahrerassistenzsystemen.

Konventionell hingegen bleibt das Motorenangebot, das zum Marktstart gegen Ende des Jahres zunächst aus drei Benzinern und einem Diesel besteht. Alle Aggregate sind aufgeladene Vierzylinder, decken ein Leistungsspektrum ab, das von 150 bis 230 PS reicht. Im Regal stehen neben Handschalter und Frontantrieb auch Siebengang-S-tronic und Quattro-Allradantrieb.




Kommentieren


Schlagworte