Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 11.08.2018


Motor News

Das Doppelauge bleibt wachsam

Subaru bleibt bei Boxer, symmetrischem Allrad und CVT-Getriebe. Basis ist eine globale Plattform, adaptiert ist das Assistenzsystem.

© WerkSubarus Zukunftsbasis: eine skalierbare Plattform für alle Modelle, verfeinerte elektronische Fahrassistenz via Stereo-Kamera.



Wien – Der Marke Subaru nachzusagen, sie wäre altmodisch, ist reichlich ungerecht. Der kleine und unabhängige japanische Hersteller, der seine Wurzeln in der Flugzeugindustrie hat (und darin nach wie vor präsent ist) und in Europa mit einem Marktanteil von einem Prozent vertreten ist, geht sehr wohl mit der Zeit. Bloß optisch weniger plakativ als andere Hersteller, und – was die Zukunftaussichten der Antriebssysteme betrifft – weitaus weniger Ankündigungs-offensiv. Es ist auch unter dem – unabhängigen – Sternbild des Plejaden-Logos (nicht erst jetzt) die Elektrifizierung ein Thema, doch sollen die Märkte mit jenen Antrieben versorgt werden, die passend und gefragt sind. Zum Diesel liefert man kein Statement, immerhin ist der Boxer-Selbstzünder gerade einmal zehn Jahre jung. Zu jung, um diese Eigenentwicklung kurzerhand aufs Abstellgleis zu stellen.

Ob Ölbrenner nun Zukunft haben oder nicht: Subaru bereitet den Boden für die künftigen Jahre. Es bleibt beim Boxer-Aggregat – kompakt, laufruhig, Schwerpunkt-senkend. Es bleibt beim symmetrisch angelegten, traditionell in allen Baureihen (bis auf eine, siehe Justy der Generation 4) serienmäßigen Allradantriebssystem – Front-betont, 60:40-Verteilung in der Basis-Konfiguration, mit Mitteldifferenzial, elektronisch-hydraulisch betätigter Traktionszuteilung. Es bleibt beim CVT-Getriebe – leichtgewichtig, platzsparend, je nachdem mit sechs oder sieben simulierten Schaltstufen. Ob das der gelernte Europäer nun liebt oder nicht: Laut Hersteller ist es das effizienteste und probateste Getriebe.

Neu ist die Plattform. Diese skalierbare, als global bezeichnete Bau-Basis soll künftig alle Modelle tragen. Den Anfang hatten der Impreza und XV der Generation zwei gemacht. Im Verein mit einem Mix aus konventionellen und neuen Materialien sind die Gewinne erhöhte Karosserie-Steifigkeit, damit präziseres und dynamischeres Handling, dazu erhöhter Fahrkomfort und optimierte Geräuschdämmung. Dass das keine bloße Ankündigung ist, ließ Subaru im Zuge einer direkten fahraktiven Gegenüberstellung zwischen „altem“ und neuem XV erfahren. Inzwischen ist er im SUV-Portfolio in Österreich der gefragteste, von den knapp 430 heuer verkauften Crossover-Modellen macht sein Anteil 64 Prozent aus.

Nicht zuletzt wirkt sich das in XV, Forester und Outback serienmäßig mitgelieferte Fahr- und Sicherheits-Assistenzsystem „EyeSight“ aus. Es operiert mit einer Stereokamera, die im Bereich des Innenspiegels montiert ist, und es kommt ohne zusätzliche Sensoren à la Radar, Lidar & Co aus. Die Funktionen – darunter adaptiver Abstandsregeltempomat, Spurhalte- und Notbremshelfer, Fußgänger- sowie Radfahrer-Identifizierung etc. – werden Schritt für Schritt erweitert. Ein nächster Schritt ist der „Touring Assistent“, der automatisiertes Fahren auf Stufe zwei ermöglicht.

Im Hinblick auf künftige Modelle bleibt es bei der SUV-Ausrichtung. Welche Neuen kommen, darüber hält sich Subaru striktest bedeckt, verweist auf den Genfer Autosalon im März 2019. Hinsichtlich der Erneuerung der bestehenden Modellpalette könnte als Nächster der Forester drankommen. (bkh)




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