Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 08.09.2018


Aus der Branche

Toyota lässt den Corolla wieder auferstehen

Auf dem Pariser Autosalon zeigen die Japaner den Corolla Touring Sports, einen Kompaktkombi als Nachfolger des Auris TS.

© Premiere im nächsten Monat auf dem Pariser Autosalon: der Toyota Corolla Touring Sports.Foto: Werk



Wien – Nur wenige Tage nach den Überlegungen von Elon Musk, das Elektroautounternehmen Tesla unter bestimmten Umständen von der Börse zu nehmen, überraschten zwei weitere Autohersteller mit ihren Ankündigungen: Im ersten Fall war es Aston Martin – der Supersportwagenhersteller, einst Teil des Ford-Imperiums, schickt sich an, in Kürze einen Börsengang zu verwirklichen. Die britische Traditionsmarke blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück, zehrt vor allem vom Image, den Filmhelden James Bond mobil gemacht zu haben – musste aber immer wieder mit der Insolvenz kämpfen. Zuletzt aber blühte Aston Martin auf – ein idealer Zeitpunkt, um Investoren zu ködern.

Vor allem Kunden ködern möchte Toyota. Die japanische Volumenmarke hat es sich nicht immer leicht gemacht – ihren Partnern auch nicht. Die Entscheidung im vorigen Jahrzehnt, zumindest regional den stolzen Bestseller Corolla durch den Nachfolger Auris zu ersetzen, löst noch immer Kopfschütteln aus. Offenbar auch in den eigenen Reihen. Dort wurde nun, zwölf Jahre später, die Notbremse gezogen.

Toyota legt den Namen Auris ad acta, der Corolla, nie wirklich von der Bildfläche verschwunden, darf ab 2019 auch in Europa wieder beworben werden. Damit gingen die Japaner in der vorigen Woche an die Öffentlichkeit. In dieser Woche legten sie nach: Auf dem Pariser Autosalon zeigen sie den Corolla Touring Sports, somit den Nachfolger des Auris Touring Sports.

Der Kompaktkombi nutzt wie die schon präsentierte Schräghecklimousine die noch recht frische Plattform TNGA (Toyota New Global Architecture) in ihrer besonderen GA-C-Ausprägung. Die modulare Basis stellt bereits die Grundlage für andere Modelle des Konzerns, etwa für den Prius der vierten Generation oder für das subkompakte SUV C-HR. Auch der RAV-4-Nachfolger darf von den Vorzügen der TNGA profitieren.

Beim Corolla Touring Sports führt dies unter anderem zu einem verbesserten Fahrwerk, adaptiven Dämpfern, einer tieferen Lage des Motors und vor allem zur Verwendung von besseren Materialien im Innenraum. Neueste Technologien wie ein Head-up-Display, LED und vieles mehr kommen zum Einsatz, teilweise in Verbindung mit höheren Ausstattungsniveaus. Das hohe Lied auf die TNGA-Plattform hat jüngst allerdings einen Dämpfer erhalten, da sich Toyota gezwungen sieht, rund eine Million Fahrzeuge (Prius und C-HR) zurückzurufen. Grund für diese Aktion ist ein drohender Kurzschluss der verwendeten Elektrik. In einem Fall habe es einen Brand durch ein abgewetztes Kabel gegeben – Personen seien nicht zu Schaden gekommen. (hösch)