Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 07.12.2018


Motor News

Steckdosen-SUV auf Samtpfoten

Der Mitsubishi Outlander gilt vor allem in der Plugin-Hybrid-Version PHEV als insgeheimer Star der SUV-Szene. Mit neuem Antriebsstrang und verfeinerter Optik soll der Höhenflug nun weitergehen.

© Gregor ZollerEin Auto für das gute Gewissen und Auftreten: Der Mitshubishi Outlander.



Von Gregor Zoller

Innsbruck – Der Mitsubishi Outlander PHEV erfüllt keine Klischees. Er ist kein schwerfälliges SUV, dessen Verbrauch an Geldtasche und Gewissen knabbert, dafür ist er zu sparsam. Er passt nicht wie manches SUV zu dem, der den Arm in cooler Manier aus dem Seitenfenster baumeln lassen will, dafür ist er zu ausgeglichen. Er ist kein Stromer, der mit Aerodynamik auch das letzte Quäntchen Reichweite herausholt, diese Variante entfällt karosseriebedingt. Und er ist nicht einmal der klassische Hybride, der dem Benzinmotor (bloß) einen elektrischen Helfer zur Seite stellt.

Aber in genau dieser Einzigartigkeit liegt wohl der Erfolg begründet: Mit über 100.000 verkauften Einheiten in Europa in den Jahren seit 2015 führt der Outlander in seiner Klasse das Ranking an.

Nun hat Mitsubishi nachgelegt und heuer am Genfer Autosalon die neue Version des Outlander PHEV präsentiert. Zwischenzeitlich auch bei heimischen Händlern zu haben, fuhr das SUV mit 4WD bei uns zum Test vor.

Der erste Eindruck bringt zwei Gedanken mit sich: Das Exterieur wurde subtil überarbeitet, die Gesamtoptik stimmt. So bewegt sich der Outlander gekonnt zwischen unaufgeregtem, SUV-typisch bulligem Look und feinen Design-Details, die dem Auto die Leichtigkeit zurückgeben. Bloß an der Front wurde etwas viel Chrom verbaut, die Linienführung wirkt in Summe etwas unruhig. Das kann aber auch als Dynamik interpretiert werden, liegt ja bekanntlich im Auge des Betrachters.

Die wesentlichen Neuerungen stecken aber unter der Haube: Der Antriebsstrang wurde erneuert und wartet nun mit einem 2,4-Liter-Benziner auf, der durch spätes Schließen der Einlassventile den Widerstand am Kolben reduziert.

Doch der cleveren Technik nicht genug, komplettieren gleich zwei Elektromotoren das Hybridantriebskonzept des Japaners, einer an der Vorder- und einer an der Hinterachse. Diese beiden treiben den 1,8-Tonner im EV-Modus (also rein elektrisch) mit bis zu 135 km/h bis zu 45 Kilometer laut Hersteller seidenweich und nahezu lautlos voran. Die 45 Kilometer stellten sich im Test als nicht ganz haltbar heraus, das extrem entspannte und leichtgängige Fahrerlebnis dafür umso mehr.

Weniger Erlebnis, vielmehr harte Fakten gibt Mitsubishi dem Outlander PHEV 2019 mit: So bringt das neue Antriebskonzept 11 Prozent mehr Leistung, 15 Prozent erhöhte Akkukapazität und um 8 Prozent höhere Maximalgeschwindigkeit im Elektromodus. Nun sind das natürlich alles Zahlen in Relation zum bisherigen Outlander, aber eine Zahl ist absolut und gleichzeitig relativ beeindruckend: So liegt der Normverbrauch kombiniert bei unter 2 Litern.

Den Outlander könnte man getrost als Softie bezeichnen – in der positivsten Form. So ist nicht nur das Fahrverhalten auf Komfort abgestimmt, auch die Energierückgewinnung der E-Motoren bei Bremsvorgängen ist kaum bemerkbar. Kein Wanken also, wie man es aus anderen Hybriden kennt.

Es beeindruckt jedenfalls, wenn so ein massives Auto geräuschlos aus der Einfahrt oder dem Parkplatz rollt. Die staunenden Blicke der Nachbarn und Arbeitskollegen sind einem sicher.

Dieses Staunen startet bei 45.450 Euro. Bleibt zu rechnen, wie viel man sich über das Steckdosenladen und die selteneren Tankstellenstopps sparen kann.