Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 02.03.2019


Motor News

Neuer 208 rüstet technisch auf

Seit zwölf Jahren baut die Groupe PSA den Kleinwagen im slowakischen Trnava. Der Nachfolger läuft soeben vom Band, im nächsten Jahr gibt es ihn auch elektrisch.

Komplett neu ist die Plattform, auf welcher der Kleinwagen von Peugeot basiert. Im Herbst ist der Marktstart, zunächst mit gewöhnlichen Verbrennungsmotoren.

© WerkKomplett neu ist die Plattform, auf welcher der Kleinwagen von Peugeot basiert. Im Herbst ist der Marktstart, zunächst mit gewöhnlichen Verbrennungsmotoren.



Von Franz Farkas

Trnava – „Das Werksgelände ist so groß wie Monaco, nur nicht so reich“, wird uns Anfang der Werksführung stolz verkündet. Tatsächlich, auf einer Fläche von 183 Hektar laufen derzeit der Citroën C3 und der neue Peugeot 208 von den Bändern. Täglich bauen 4400 Leute fast 1400 Autos. Inklusive Zulieferern und anderen vom Werk abhängigen Geschäften schafft so der französische Konzern 20.000 Arbeitsplätze in der altehrwürdigen Universitätsstadt bzw. im Bischofssitz. Das Werk ist in vier Einheiten aufgeteilt, Blechpresse, Schweißzentrum, Lackiererei und Endfertigung. Alles ist wie gewohnt sauber und zumindest in der Blechpresse, der Lackiererei und dem Schweißzentrum weitgehend automatisiert. Handarbeit ist nur beim Assembling und natürlich der peniblen Endkontrolle gefragt. In vier Schichten wird täglich gearbeitet, am Wochenende in zwei, hier kommen Studenten zum Einsatz, die unter der Woche die Universitäten besuchen und sich etwas dazuverdienen.

In der Endkontrolle wird stolz der neueste Spross des Konzerns, der 208, gezeigt. Das Auto ist gänzlich neu und soll die Tradition des mittlerweile schon legendären 205 fortsetzen. Optisch wirkt er wesentlich bulliger als sein Vorgänger mit relativ breiten Radkästen und wesentlich geduckter. In Zahlen bedeutet dies, er ist um vier Zentimeter länger und drei Zentimeter niedriger geworden. Vorne dominieren Säbelzahntiger-artige Tagfahrleuchten und ein großer Grill mit einem dominanten Löwen die Optik, hinten gibt es für alle Versionen einen dezenten Heckspoiler. Je nach Version steht der 208 nun auf 15- oder 17-zölligen Rädern, bei der GT Line und der am 19. März in Produktion gehenden Elektro-Version sind die Radläufe geschwärzt.

Die höheren Ausstattungslinien verfügen über ein volldigitales Instrumentarium, unterschiedlich groß ist der mittig platzierte Touchscreen.
Die höheren Ausstattungslinien verfügen über ein volldigitales Instrumentarium, unterschiedlich groß ist der mittig platzierte Touchscreen.
- Werk

Im Innenraum wurde viel von der Technik des neuen 508 übernommen. So gibt es außer für die Basisversion ein digitales Cockpit mit 3D-Effekt, das so genannte i-Cockpit mit den Klaviertasten-ähnlichen Knöpfen für die wichtigsten Bedienelemente ist schon seit Längerem Peugeot-Standard, genauso wie das kleine Lenkrad, über das man auf die Instrumente sieht.

Technisch steht der 208 nun auf der so genannten CMP (Common Modular Platform), die er sich bis in die untere Mittelklasse mit den diversen Modellen von Peugeot Citroën, DS und Opel teilen wird. Die Plattform soll nicht nur steifer, sondern auch 30 Kilogramm leichter sein. Eine spezielle Version davon ist die eCMP-Plattform, auf der die Elektro-Version des 208 stehen wird. Der e 208 hebt sich optisch kaum von den anderen Versionen ab. Er soll über eine Leistung von 100 kW verfügen und 340 Kilometer weit mit einer Ladung kommen. Genannt wird auch die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h von 8,1 Sekunden. Bei den Verbrennern wird es drei Dreizylinder-Benziner mit einem Hubraum von 1,2 Litern und Leistungen von 75, 100 und 130 PS geben, die ihre Kraft über ein Sechsgang-Schaltgetriebe auf die Straße bringen. Die beiden Topmotorisierungen wird es auf Wunsch auch mit einer Achtgang-Wandlerautomatik geben. Daneben wird auch ein Dieselmotor mit vier Zylindern und 1,5 Litern Hubraum angeboten werden, mit einer Leistung von 100 PS und einem manuellen Getriebe. Denkbar ist für die nächste Zukunft auch eine GTi-Version, sie wird über 200 PS haben. Angeboten wird der neue 208 nur als Fünftürer, da die Verkaufszahlen der zweitürigen Versionen in der letzten Zeit stark rückläufig waren. Markteinführung wird der Herbst dieses Jahres sein, genaue Preise sind noch nicht bekannt.

In der Slowakei lässt die Groupe PSA nicht nur den Citroën C3 produzieren, sondern auch den Peugeot 208.
In der Slowakei lässt die Groupe PSA nicht nur den Citroën C3 produzieren, sondern auch den Peugeot 208.
- Werk



Kommentieren


Schlagworte