Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 02.03.2019


Motor News

Auf Maß nach der Mode geschneidert

Škoda liefert jetzt den kleinen Bären nach. Der Kamiq spannt, ab Herbst, den Bogen vom handlichen City- zum geräumigen (Sub-)Kompakt-SUV.

In der Škoda-SUV-Familie der Dritte – unverkennbar ist der Kamiq ein Verwandter von Kodiaq & Karoq, doch eigenständig ist er in den Design-Details.

© WerkIn der Škoda-SUV-Familie der Dritte – unverkennbar ist der Kamiq ein Verwandter von Kodiaq & Karoq, doch eigenständig ist er in den Design-Details.



Von Beatrix Keckeis-Hiller

Mladá Boleslav – Die Kunst des Maßschneiderns besteht – auch – darin, körperliche Üppigkeiten elegant zu kaschieren. Das soll im Falle des neuesten SUVs von Škoda keineswegs heißen, dass er übergewichtig wäre. Im Gegenteil: Der Kamiq, jüngster, dritter und kleinster Crossover der Tschechen, ist zwar von körperlich kräftiger Präsenz, wirkt aber dennoch rank und sportlich von Statur.

Die Leute in Mladà Boleslav haben auf Basis des skalierbaren A0-Querbaukastens des VW-Konzerns durch Radstand-Streckung und Breiten-Dehnung das Maximum an Innenraum herausgeholt. Das ergibt Dimensionen, die teils der Kompaktklasse entsprechen. Das immer noch stadttaugliche Längenmaß von 4,214 m reicht fast an den Scala (4,362 m) heran, auf 2,651 m Radstand und einer Breite von 1,739 m samt der Höhe von 1,531 m (Bodenfreiheit: 37 mm) geht sich Platz für fünf Insassen aus und ein Basis-kofferraumvolumen von 400 Litern. Das ist erweiterbar auf 1395 Liter, ein Wert, der exakt dem Fabia Combi entspricht.

Auf diese Dimensions-Attribute weist der Name „Kamiq“ hin, der bedeutet sinngemäß: „passt – maßgeschneidert – für alle Lebenslagen“, also sowohl für den Innenstadtverkehr als auch für die ausgedehntere Autobahnfahrt.

Trendig ist nicht alleine das City-SUV-Nischensegment, mit dem Škoda das SUV-Portfolio nach unten hin ergänzt, modisch ist, dementsprechend, der Auftritt des Kamiq. Das Design ist eine Fortsetzung der Scala-Optik, unverspielt, zeitlos, mit kristallinen Elementen akzentuiert. Die zeigen sich an der Tagfahrlichtsignatur, quasi eine LED-Juwelenleiste oberhalb der Hauptscheinwerfer. Das ist eines der Details, mit denen sich der kleinste Crossover aus Mladà Boleslav von seinen größeren Brüdern Kodiaq und Karoq eigenständig abhebt, ohne die Verwandtschaft leugnen zu wollen.

Ebenso erwachsen wie das Ex- ist das Interieur, klar und die Geräumigkeit unterstreichend strukturiert, mit ausgesucht fein wirkenden Materialien. Im Zentrum steht das am Ende der Mittelkonsole frei stehende Touch-Display des Infotainment-Systems, bis zu 9,2 Zoll groß. Darunter und im Bereich des Schalthebels sind ein paar Regler und Schalter übersichtlich und zugriffsfreundlich gruppiert. Hinter dem Lenkrad kann ein digitales Kombiinstrument platziert sein, 10,5 Zoll groß und konfigurierbar.

Das Antriebsprogramm besteht aus durchwegs direkt eingespritzten und turboaufgeladenen Aggregaten. Die Benziner sind der bereits gut bekannte Einliter-Dreizylinder mit 95 oder 115 PS sowie der noch junge 1,5-Liter-Vierzylinder mit 150 PS. Als Diesel ist ein 1,6-Liter mit 115 PS im Einsatz. Dazu kommt eine Erdgas-Variante, basierend auf dem kleinen Benziner, mit 90 PS, monovalent (mit neun Litern Benzin-Reserve). Die Handschaltgetriebe sind je nach Hubraum und Leistung fünf- oder sechsgängig. Als Automatik gibt es eine siebenstufige Direktschaltung. Allradantrieb ist nicht vorgesehen.

Nicht nur optisch, auch Chassis-technisch haben die Tschechen auf Sportlichkeit Bedacht genommen. Unterstrichen werden kann das durch ein spezifisches Fahrwerk samt zehn Millimetern Tieferlegung, justierbar in zwei Abstimmungen. Nicht nur gemütlicher veranlagte Gemüter können auf permanente Internet-Anbindung vertrauen, anhand integrierter SIM-Karte. Die Mitgift an Komfort- und Sicherheitsausstattungen kann von Frontscheiben- und Lenkradheizung über Park­assistenz bis zu adaptivem Abstandsregeltempomat reichen.

Die Fülle an Praxis-Features – Eiskratzer, Schirm, Taschenlampe etc. – inkludiert im Kamiq auch den im Kodiaq eingeführten Türkantenschutz.

Marktstart ist im Spätsommer/Frühherbst. Am Preis wird noch getüftelt, er wird über dem des Scala liegen.




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