Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 23.03.2019


Motor News

Sogar bei Škoda gibt es Sorgen

Umsatz und Absatz stiegen, doch die Rendite und der Cash Flow litten im Vorjahr.

Bis Ende 2022 fließen laut Škoda zwei Milliarden Euro in E-Mobilität und neue Mobilitätsdienstleistungen.

© WerkBis Ende 2022 fließen laut Škoda zwei Milliarden Euro in E-Mobilität und neue Mobilitätsdienstleistungen.



Mladá Boleslav – Vordergründig ist alles eitel Wonne bei der VW-Vorzeigetochter Škoda. Die neue SUV-Flotte, bestehend aus Karoq und Kodiaq, floriert, die alten Veteranen rund um Octavia und Fabia, erfreuen sich einer anhaltend hohen Nachfrage. Dies führte im Vorjahr dazu, dass die Tschechen weltweit 1,254 Millionen Fahrzeuge absetzen konnten, 4,4 Prozent mehr als im Jahr 2017. Der Umsatz legte im selben Ausmaß (4,4 Prozent) zu – und zwar auf 17,3 Milliarden Euro. Und das operative Ergebnis lag mit 1,38 Milliarden Euro klar im Plus – aber gegenüber 2017 sank es beträchtlich, nämlich um 14,6 Prozent, wie bei der Präsentation des Geschäftsberichtes in dieser Woche erklärt wurde. Die Umsatzrendite ist mit 8,0 Prozent zwar immer noch beachtlich, aber sie war 2017 höher: 9,7 Prozent. Besonders dramatisch ist der Rückgang des Cash Flows (netto): Er halbierte sich fast auf 755 Millionen Euro.

„Negative Wechselkurseffekte sowie gestiegene Personalkosten und hohe Vorleistungen für die Zukunft schlagen sich im Ergebnis nieder“, begründet Vorstandsvorsitzender Bernhard Maier die Entwicklung. Mit dem zuletzt genannten Aspekt meinte er Aufwendungen für Forschung und Entwicklung, insbesondere hinsichtlich der Einführung von elektrifizierten Modellen der Marke. Bis Ende 2022 will Škoda über 30 neue Modelle vorstellen, mehr als ein Drittel davon seien mindestens teilweise elektrifiziert. „So machen wir Škoda fit für die Zukunft“, hofft Maier, der gleichzeitig Einsparungen im Ausmaß von 500 Millionen Euro jährlich im Rahmen eines so genannten „Performance-Programms“ erwähnt. (hösch)