Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 23.03.2019


Motor News

Motorentypen vor dem Aus und Stellenabbau

Die meisten Autohersteller erzielen zwar noch Milliardengewinne, aber sie müssen bekannte Herausforderungen endlich meistern.

Erfolgreich, aber unter Druck: Auch die BMW Group spürt die Umbrüche am Markt.

© WerkErfolgreich, aber unter Druck: Auch die BMW Group spürt die Umbrüche am Markt.



München, Ingolstadt – Im März erfolgt normalerweise die stolze Präsentation der Vorjahresergebnisse, dicke und aufwändig illustrierte Geschäftsberichte belegen zahlenmäßig den Erfolg der Autohersteller. Das Prozedere wiederholte sich Jahr für Jahr – aber es kommt zunehmend ins Stocken. Denn die Rahmenbedingungen verändern sich dramatisch. Die zu intensivierende Elektrifizierung der Automobile im Gefolge der CO2-Flottenziel-Bestimmungen (95 g/km pro verkauften Neufahrzeug ab 2020) macht hohe Investitionen erforderlich, andererseits steht ein Abbau beim Angebot an konventionellen Aggregaten und infolgedessen auch an Personal an. Die Diskussionen innerhalb des VW-Konzerns über geplante Stellenstreichungen überraschen daher nicht, ebenso wenig der angekündigte Arbeitsplatzabbau bei Ford.

Auch die VW-Tochter Aud­i muss umdenken, jede Stelle, die frei wird, wird ob ihrer Notwendigkeit überprüft, heißt es aus Ingolstadt. Der Spargedanke ist auch zurückzuführen auf das Minus von 3,5 Prozent beim Fahrzeugabsatz: Im Vorjahr lieferte das Unternehmen weltweit 1,812 Millionen Stück aus, 2017 waren es noch 1,878 Millionen. Der Gewinn stagnierte mehr oder weniger bei 3,46 Milliarden Euro, der Umsatz ebenso (59,2 Milliarden Euro).

Etwas besser steht die BMW Group da, sie verweist auf 2,49 Millionen ausgelieferte Neuwagen (plus 1,1 Prozent), auf einen Umsatz von 97,48 Milliarden Euro und auf einen Gewinn von 7,24 Milliarden Euro. Allerdings: Der Umsatz ging leicht zurück, der Gewinn recht stark (um 16,9 Prozent), verglichen mit dem Jahr 2017.

Sowohl Audi als auch BMW bestritten das Gros ihres Geschäfts mit Autos, die ausschließlich von Verbrennungsmotoren angetrieben werden. Ein paar Prozentpunkte gehen auf das Konto von elektrifizierten Modellen, ihr Beitrag zum Ergebnis ist folglich kein großer. Das wird sich aber schon in naher Zukunft ändern müssen – zumal noch erhebliche Hausaufgaben hinsichtlich des CO2-Flottenziels zu machen sind. Hierfür dienen das e-tron-Programm von Audi und i/i-Next-Modelle von BMW. Zur Erinnerung: Die BMW Group stand 2018 bei CO2-Flottenemissionen im Ausmaß von 128 Gramm je Kilometer, Audi liegt eigenen Schätzungen zufolge bei 129 Gramm je Kilometer. Hier muss innerhalb kurzer Zeit viel getan werden, um empfindliche Strafzahlungen zu vermeiden. (hösch)