Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 20.04.2019


Motor News

CLA-Coupé-Limousine von Mercedes: Die Revolution in der Evolution

Die zweite Generation der viertürigen CLA-Coupé-Limousine von Mercedes vermeidet radikale optische Änderungen außen, reift aber technisch und hinsichtlich der Dimensionen.

Im Mai startet die zweite Generation der CLA-Klasse, die Preisliste beginnt bei 35.340 Euro. Vom Vorgänger verkaufte Mercedes inklusive Shooting Brake rund 750.000 Exemplare.

© WerkIm Mai startet die zweite Generation der CLA-Klasse, die Preisliste beginnt bei 35.340 Euro. Vom Vorgänger verkaufte Mercedes inklusive Shooting Brake rund 750.000 Exemplare.



Von Markus Höscheler

München – Mercedes hatte wieder einmal den richtigen Riecher: Der Hersteller versuchte, den Erfolg des viertürigen CLS auch zwei Segmente darunter zu wiederholen – also auf Basis einer Kompaktwagenarchitektur. Das Experiment glückte, der CLA verzückte mit seiner geschwungenen Dachlinie viele Betrachter, auch und erst recht in der Variante des Kombis Shooting Brake. Rund 750.000 Einheiten verkauften die Schwaben von diesem Modell weltweit – ein guter Grund für die Bemühungen, den Weg für einen Nachfolger zu ebnen.

Auf die ganz großen optischen Experimente mussten dabei die Designer verzichten, denn die Karosserieform war mehr oder weniger vorgegeben. Immerhin ermöglicht die Verwendung einer neuen technischen Basis (MFA) eine Optimierung der Abmessungen. Der neue CLA ist länger, breiter und hat einen größeren Radstand. In Zahlen gegossen: Die coupéartige Limousine misst jetzt mittelklasseverdächtige 4688 Millimeter in der Länge, 1830 Millimeter in der Breite und verweist auf einen Radstand von 2729 Millimeter. Lediglich in der Höhe hat der CLA etwas eingebüßt (zwei Millimeter weniger, nun 1439 Millimeter). Die Ausdehnungen führen zu mehr Kopffreiheit und Beinraum sowie Ellbogenfreiheit in der Fahrgastzelle. Interessant: Der Kofferraum reduziert sich um zehn auf 460 Liter. Aber: Dafür wird die Laderaumöffnung wesentlich praktischer, sie gewinnt um 262 auf 891 Millimeter hinzu.

Rein äußerlich fallen ein neuer Kühlergrill, anders gestaltete, schlankere Scheinwerfer, neumodellierte Lufteinlässe und eine Rücknahme der Sicken (seitlich) auf. Das Heck zeigt nun zweigeteilte, breitere Rückleuchten, einen nach unten gewanderten Mercedes-Stern und eine noch weiter nach unten verdrängte Aufnahme für das Kennzeichen.

Deutlich mehr entwickelt sich die CLA-Klasse im Innenraum – was nicht anders zu erwarten war, denn die schon lancierten Vertreter der A- und B-Klassen weisen auf die Verwendung des neuen Infotainmentsystems MBUX, das breite Panel mit zwei hochauflösenden Anzeigen am Armaturenbrett und den Einbau von neuen Fahrerassistenzsystemen hin.

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Das ansprechende Bildschirm-Ensemble ist in drei verschiedenen Größen erhältlich (zweimal Sieben-Zoll-Displays; einmal Sieben-Zoll-Display und einmal 10,25-Zoll-Display; schließlich zwei 10,25-Zoll-Displays in der Widescreen-Version). Die erste Probefahrt in Oberbayern vor wenigen Tagen machte uns mit der Wide­screen-Fassung vertraut, die mit brillanter Darstellung wichtige Fahrzeugdaten, Navigationskarten und Streaming-Informationen lieferte. Die ausgedehnte Tour offenbarte außerdem, dass die zweite CLA-Generation bei Lenkung (präzise) und Fahrwerk (recht komfortabel) einen erfreulichen Reifungsprozess erfahren hat.

Materialien und die Verarbeitung verorten wir auf recht hohem Niveau, das Raum­angebot ist dagegen relativ: Erwachsene berühren im Fond recht schnell mit dem Kopf das Dach. Die Empfehlung daher: lieber vorne sitzen. Dann kann der CLA-Nutzer sich über die breite Antriebspalette, bestehend aus aufgeladenen Vierzylinder-Aggregaten, freuen: Ein Basisdiesel leistet 116 PS und ist ab Werk mit einer Siebengang-Doppelkupplung verknüpft. Bei den Benzinern finden wir vier Leistungs­stufen – zwei 1,3-Liter-Aggregate leisten 136 und 163 PS, zwei Zweiliter-Triebwerke werben mit 190 und 224 PS. Die beiden kleineren Benziner kooperieren ab Werk mit einem Sechsgang-Handschalter, optional gibt es die Doppelkupplung. Diese ist für die beiden stärkeren Ottomotoren vorgeschrieben, gegen Aufpreis gibt es dafür das Allradsystem 4Matic.

Der neue CLA kommt im Mai auf den Markt, die Preisliste beginnt bei 35.340 Euro, dann in Verbindung mit dem 136-PS-Basisbenziner. Der ist in der Lage, das Coupé in 9,4 Sekunden von null auf 100 km/h zu beschleunigen und am Prüfstand durchschnittlich zwischen 5,5 und 5,7 Litern Treibstoff zu verbrauchen (CO2-Ausstoß: 125 bis 130 g/km). Vorläufig schnellstes Modell ist der CLA 250, der in 6,3 s von null auf 100 km/h beschleunigt und bis zu 250 km/h fahren kann. Am sparsamsten dagegen agiert der CLA 180 d, der zwischen 3,8 und 4,0 Liter Kraftstoff je 100 Kilometer benötigt und dabei zwischen 100 und 105 Gramm Kohlendioxid je km emittiert. Gleichzeitig ist er der Gemütlichste: Den Sprint auf 100 km/h schafft er in 10,7 s.