Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 20.04.2019


Motor News

Jaguar XE: Sanft mit dem Strich gepinselt

Jaguar hat dem XE ein mildes Facelift verordnet, die Motorenpalette reduziert, das Interieur neu arrangiert, das Ausstattungsoffert maximiert.

Breitspuriger und noch dynamischer wirkt der Jaguar XE nach den optischen Front- und Heckretuschen.

© WerkBreitspuriger und noch dynamischer wirkt der Jaguar XE nach den optischen Front- und Heckretuschen.



Von Beatrix Keckeis-Hiller

Nizza – Neu eingestiegen in die Mittelklasse war Jaguar vor vier Jahren mit dem XE. Nach angestammter englischer Großkatzenmanier bedeutete das Heckantrieb, auf einer neu entwickelten Plattform, die auch den XF und den F-Pace trägt. An Antrieben mitbekommen hatte der auf sportliche Dynamik getrimmte Engländer von Anfang an Vierzylinder-Aggregate. Top-Motorisierungen waren jedoch ein 3,0-Liter-V6-Kompressorbenziner und ein 3,0-Liter-V6-Turbodiesel. Waren. Damit ist es vorbei. Unter dem Diktat der aktuellen Emissions- und Verbrauchslimits sowie der neu eingeführten Prüfmethoden nach EU-Vorgaben musste die Motorenpalette adaptiert respektive reduziert werden. Soll heißen: Für den Modelljahrgang 2020 stehen derzeit drei Antriebsstrang-Varianten zur Auswahl, sämtlich basierend auf dem hauseigenen Zweiliter-Vierzylinder-Layout. Das sind zwei Benziner, einer mit 300 (P300), einer mit 240 PS (P240), und ein Diesel mit 180 PS (D180). Zusammengespannt sind alle Varianten mit achtstufiger Wandler-Automatik. Aussuchen, ob Heck- oder Allradantrieb, kann man sich im Diesel. Der 240-PS-Otto schickt seine Antriebskraft grundsätzlich an die Hinterräder. Wählt man den 300-PS-Benziner, ist 4x4 stets an Bord. Letzteres steht dem nicht ganz 4,70 Meter langen Engländer gut zur Fahrdynamik-Figur, mit ab 1611 Kilo macht er’s dem Antrieb auch nicht allzu schwer. Im heckgetriebenen Diesel tragen die ab 1640 Kilo ebenfalls nicht über die Maßen dick auf. Behalten hat der XE die superbe Einlenk-Bereitschaft, noch feiner austariert wirkt das Fahrwerk, selbst auf gröbsten Fahrbahnlöchrigkeiten gibt’s keinerlei Poltern und Stoßen, an der Bremsanlage gab es ohnehin nichts zu bekritteln. Recht verhalten ist – gemäß Hubraum und Motorbauart – aber das Geräuschniveau. Mit akustischer Großkatzen-Knurrigkeit ist es also auch vorbei. Ebenso mit dem eleganten Drehregler für die Automatik-Fahrstufen. Die werden jetzt durchwegs per Hebel angewählt.

Dennoch wirkt der viertürige Jag sprungbereiter als zuvor. Mit kleinen, feinen, dafür wirkungsvollen Pinselstrichen wurde die Front der Katze breitspuriger gezeichnet, ebenso das Heck. Die Scheinwerfer sind schmaler geschlitzt, die Tagfahrlichtsignatur an den nunmehr serienmäßigen Voll-LED-Leuchten angespitzt, und die Hecklichter erstrahlen à la F-Type und E-Pace in Rennstreckenkurven-Kontur. Besonders ins Zeug gelegt haben sich die Weiterentwickler in puncto Wohnkomfort. Es ist nicht mehr die Frage, ob Leder oder nicht, es ist an den Möbeln (samt E-Justierung in der ersten Reihe) serienmäßig. Auch sind die Innentapezierungen jetzt mit Softtouch-Materialien ausgeführt. Gedehnt wurden unter anderem die Türfächer, sie können nun größere Flaschen beherbergen. Größer ist ebenso das Infotainment-Spektrum in der Top-Ausstattungsstufe (HSE): Hier wurde, samt digitalem 12,3-Zoll-Kombiinstrument, das System aus dem I-Pace implantiert, mit dem mittlerweile gut bekannten dualen Touchscreen. Dazu kann, abgesehen von einem komplettierten Konvolut an elektronischen Sicherheitswächtern (Rückfahrkamera und Spurhalteassistent sind Serie), ein Feature kommen, das unlängst im Konzern-Verwandten Range Rover Evoque der zweiten Generation debütiert hat: der virtuelle Rückspiegel, ein digitales 9,5-Zoll-HD-Display, das den Blickwinkel nach hinten erweitert.

Der Preis: ab 46.500 Euro. Marktstart ist im Juni.

Neue Instrumente und ein neues Infotainmentsystem sind Bestandteile des überarbeiteten Jaguar XE, der im Juni auf den Markt kommt.
Neue Instrumente und ein neues Infotainmentsystem sind Bestandteile des überarbeiteten Jaguar XE, der im Juni auf den Markt kommt.
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