Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 08.06.2019


Midsize-SUV

Gelenkig, locker und cool

Mehr als Kosmetik für die lieb gewonnene GLC-Familie: Mercedes wertet das Midsize-SUV hinsichtlich Infotainmentsystem, Antriebstechnik und Geländetauglichkeit auf.

Ab 49.910 Euro ist der GLC in überarbeiteter Form bestellbar, auf den Markt kommt er im Juli.

© DaimlerAGAb 49.910 Euro ist der GLC in überarbeiteter Form bestellbar, auf den Markt kommt er im Juli.



Von Markus Höscheler

Frankfurt/Main – Eine Zahl sagt schon sehr viel aus über die Bedeutung des GLC: 1,5 Millionen. So viele Exemplare, eigentlich sogar noch ein paar mehr, hat Mercedes seit 2008 vom Midsize-SUV verkauft, einschließlich der Vorgängergeneration GLK. Der GLC gilt als das meistverkaufte Sport Utility Vehicle der Marke, und das mit steigender Tendenz. Im Vorjahr erzielte das Modell diesbezüglich einen neuen Absatzrekord. Um den Schwung zu halten, verpassen die Schwaben dem SUV samt Coupé-Derivat eine üppige Modellpflege, die sich am Markt ab Juli auswirken wird.

Dann gelangt der überarbeitete Bestseller in den Handel, mit moderaten Änderungen außen und erheblichen Modifikationen innen. Am auffälligsten an der Karosserie ist die neue Scheinwerfer-Zeichnung, LED mit nicht vollständiger Leuchtenbandumrahmung gehört zur Serienausstattung. Standard- wie AMG-Versionen bestechen mit neuem, klar gezeichnetem Kühlergrill.

Technisch profitiert der GLC von den neuesten Entwicklungen, die bereits in manch anderen aktuell erhältlichen Baureihen anzutreffen sind: ein volldigitales, großzügig geschnittenes Instrumentarium, gepaart mit einem großen Mittelkonsolen-Touchscreen, ergibt eine futuristisch anmutende Kommandozentrale. Noch deutlicher wird der Fortschritt mit dem relativ jungen Infotainmentsystem MBUX, das auf Spracheingabe und Gestensteuerung reagiert. Immer noch imposant ist die Darstellung der Navigation, die teilweise mit Kamerabildern und eingeblendeten Richtungspfeilen arbeitet, also einer Art Augmented Reality. Daran gewöhnt sich der Fahrer recht schnell, wie Erprobungsfahrten in Hessen zu Beginn dieser Woche offenbarten. Recht hellhörig, mitunter zu hellhörig reagiert MBUX auf Gespräche im Innenraum – sobald der Begriff „Mercedes“ fällt, fragt das mit einer Frauenstimme arbeitende System nach weiteren Eingaben. Damit wird so manche Diskussion zwischen den Fahrgästen zumindest unterbrochen, was manchmal zu Gelächter, manchmal zu Ärger führen kann.

Eine Anleitung zur Freude stellt dagegen das erneuerte Motorenprogramm dar. Hier gibt sich der schwäbische Hersteller besonders stolz, denn er verweist auf neue Vierzylinder-Benzin- und -Dieselmotoren, die in Verbindung mit einem 48-Volt-Bordnetz eine ansprechende Leistung erbringen, ohne bei Verbrauch und Emissionen übers Ziel hinauszuschießen. Der Basisdiesel, immerhin 163 PS stark und 360 Newtonmeter maximales Drehmoment generierend, benötigt am Prüfstand 5,2 bis 5,4 Liter Treibstoff je 100 Kilometer (NEFZ, CO2-Ausstoß: 137 bis 144 Gramm je Kilometer). Der Einstiegsbenziner leistet 197 PS und entwickelt ein maximales Drehmoment von 320 Newtonmetern, verbraucht laut Datenblatt zwischen 7,1 und 7,4 Litern je 100 Kilometer (CO2-Ausstoß: 154 g/km). Ein weiterer Ottomotor kann mit 258 PS auftrumpfen, zwei weitere Selbstzünder stehen zum Marktstart mit 194 und 245 PS parat. War’s das? Aber nein – als Topvarianten gibt es für das gewöhnliche SUV und das Coupé noch jeweils zwei AMG-Derivate mit 476 und 510 PS. Sie schaffen den Sprint von null auf 100 km/h in 3,8 bis 4,0 Sekunden.

Dass der GLC aber nicht nur für die Längsdynamik ein taugliches Instrument darstellt, beweist das Modell bei Fahrten durch ein hügelreiches Testgelände unweit von Frankfurt/Main: Mit Offroadpaket und Luftfederung sind Passagen bewältigbar, die wir früher einem „Straßengeländewagen“ nicht einmal annähernd zugetraut hätten.

Den GLC 200 d offeriert Mercedes ab 49.910 Euro, das gleichermaßen motorisierte Coupé wird ab 53.710 Euro verfügbar sein. Die kleinsten Benziner kosten ab 50.640 beziehungsweise ab 53.290 Euro. Immer an Bord ist übrigens eine Neunstufen-Automatik.

Kann sich auch im Gelände einiges erlauben: Mit dem optional erhältlichen Offroad-Paket meistert der GLC herausfordernde Hindernisse.
Kann sich auch im Gelände einiges erlauben: Mit dem optional erhältlichen Offroad-Paket meistert der GLC herausfordernde Hindernisse.
- DaimlerAG