Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 08.06.2019


Kooperation

Methan erhält noch eine Chance

Die Porsche Holding und die heimische OMV haben eine Kooperation bekannt gegeben. Ziel ist die Förderung von Erdgasautos.

Das Tanken mit Erdgas ist bisher ein Minderheitenprogramm, zumindest in Österreich.

© Das Tanken mit Erdgas ist bisher ein Minderheitenprogramm, zumindest in Österreich.



Von Franz Farkas

Wien – Erdgasbetriebene (CNG) Autos sind hierzulande eher eine Seltenheit. In den vergangenen Jahren wurden nur etwa 5000 derartige Fahrzeuge zugelassen, im vorigen Jahr waren es ganze 641 Stück. Das soll nun anders werden, betonen Rainer Seele, Vorstand der OMV und Peter Schützinger, Sprecher der Geschäftsführung der Porsche Holding Salzburg. Erdgas als Antriebsform sei eine wesentlich umweltfreundlichere und energiesparende, betonen beide unisono. Und sie haben nicht Unrecht. Erdgasfahrzeuge stoßen bis zu 23 Prozent weniger CO2 aus, bis zu 75 Prozent weniger Stickoxide und verursachen praktisch keinen Feinstaub. Auch die Kostenersparnis beträgt (derzeit) 30 % gegenüber dem Diesel und sogar bis zu 50 % gegenüber dem Benzinantrieb.

Um den Absatz der Erdgasautos zu forcieren, haben beide Unternehmen einiges vor. So will die OMV ihr Tankstellennetz ausbauen und in den nächsten Jahren zehn Millionen Euro investieren. Zudem werden in den nächsten Jahren über 100 Erdgasfahrzeuge von der OMV selbst angekauft. Derzeit gibt es 157 öffentliche CNG-Tankstellen in Österreich, die OMV betreibt davon 61. Der VW-Konzern bietet derzeit die wohl größte Palette an erdgasbetriebenen Autos an, von SEAT über VW selbst bis hin zu Audi und Skoda sind 13 Modelle quer durch die Palette auf dem Markt. Die Reichweiten betragen inklusive eines kleinen Benzintanks so um die 630 Kilometer. Als weiteren Vorteil wird auch die relativ einfache und schnelle Betankung genannt, zudem will man noch weitere Förderungen gewähren. So werden die ersten 1000 Käufer, die ein Erdgasauto des VW-Konzerns ab Mitte Juni kaufen, im ersten Jahr oder auf 15.000 Kilometern umsonst tanken können, zudem „schluckt“ zumindest SEAT heuer bei einigen Modellen den Mehrpreis gegenüber einem Benzin- oder Dieselfahrzeug. Große Hoffnungen setzt man bei beiden Unternehmen übrigens auf den Flottenbetrieb und man räumt mit dem Vorurteil auf, Erdgasautos dürfen in keine Garagen fahren. Dies, so Rainer Seele, gelte nur für mit Flüssiggas (LPG) betriebene Fahrzeuge, nicht jedoch für solche mit Erdgas.

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.