Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 08.06.2019


SUV-Welle

Frischzellen für den Dauerläufer

Der Mitsubishi ASX steht bei den Österreichern hoch im Kurs. Jetzt haben die Japaner ihr kompaktes SUV optisch und technisch kräftig aufgefrischt und aufgewertet.

Außen unterscheidet sich der modellgepflegte ASX deutlich von den bisher verkauften Exemplaren.

© Außen unterscheidet sich der modellgepflegte ASX deutlich von den bisher verkauften Exemplaren.



Von Walter Schrott

Lissabon – Der kompakte Mitsubishi ASX surft auf der SUV-Welle seit zehn Jahren ausgesprochen erfolgreich mit. 1,4 Millionen Exemplare konnten bislang weltweit in 90 Ländern abgesetzt werden, davon fast ein Drittel in Europa. Auf heimischen Straßen rollen nahezu 15.000 ASX. Ein richtiger Dauerläufer, denn die Verkaufszahlen waren auch zuletzt konstant. Dennoch hat Mitsubishi seinem Bestseller jetzt ein umfassendes Facelift spendiert.

Die größten optischen Veränderungen gibt es in der Frontpartie. Die Motorhaube sitzt eine Spur flacher, neue LED-Scheinwerfer und Tagfahrlichter, eine neue Kühlermaske mit markanten Quer-Lamellen und reichlich Chrom-Look verschaffen dem ASX einen deutlich aggressiveren und dynamischeren Auftritt. Ein markanter Unterfahrschutz unterstreicht den robusten Charakter. Am Heck fallen die LED-Rücklichter auf, die die Fahrzeugbreite betonen. Auch hier darf ein Unterfahrschutz nicht fehlen, auch wenn diese SUV-spezifischen Zutaten mehr optischer Aufputz als echter Schutz sind. Der Japaner ist damit ein echter Hingucker geworden und präsentiert sich schon beinahe wie ein komplett neues Modell. Mit stilistischen Anklängen an den größeren Bruder Outlander. Mitsubishi bezeichnet das neue globale Designkonzept als „Dynamic Shield“. Mit Red Diamond und Oak Brown sind auch zwei neue Außenfarben im Programm.

Das Interieur wartet mit einem weiterentwickelten Infotainment auf. Das Display in der Mittelkonsole misst jetzt acht Zoll (bisher 7 Zoll). Darauf kann man sogar Videos vom USB-Speicherstick ansehen. Allerdings nur dann, wenn das Auto steht. Über die Smartphone-Integration mit Navigation (Apple Car Play und Android Auto) lassen sich jetzt auch Verkehrsinformationen in Echtzeit abrufen. Dazu kommt in Kürze noch eine neue App, die Infos wie Tankinhalt, gefahrene Geschwindigkeit und Kilometerstand sowie Warnhinweise liefert. Berechnet wird zudem der Weg zur nächsten Tankstelle.

Mitsubishi hat vor einem Jahr in dieser Baureihe dem Diesel Sayonara gesagt. Damit war auch der Allradantrieb passé. Die gute Nachricht, vor allem für Bewohner alpiner Regionen: 80 Jahre Allraderfahrung verpflichten. Das elektronisch geregelte AWC-Allradsystem kehrt in den ASX zurück. Mit den drei Modi 2WD, 4WD Auto und 4WD Lock bietet es breite Einsatzmöglichkeiten bis hin zu Abstechern in leichtes Gelände. Die Allradversion ist immer mit der CVT-Automatik mit 6-Stufen-Sportmodus kombiniert. Beim Fronttriebler besorgen wahlweise ein manuelles 5-Gang-Getriebe oder das CVT-Getriebe die Kraftübertragung. Motorisch gibt es keine Qual der Wahl mehr. Der neue ASX ist ausschließlich mit einem 2.0-Benziner mit 150 PS zu haben. Der Vierzylinder löst den bisherigen 1.6er mit 117 PS ab, damit legt der ASX bei den Fahrleistungen deutlich zu.

Die ohnehin schon umfangreichen Sicherheitsfeatures wurden um einen Front-Kollisionswarner samt Fußgänger-Erkennung und einen Spurhalteassistenten erweitert. Zudem darf der ASX jetzt Anhänger bis 1300 Kilo an den Haken nehmen.

Die erste Ausfahrt hat uns überzeugt. Der 2.0-Liter-Motor gibt sich akustisch zurückhaltend und legt viel Temperament an den Tag. Das Fahrwerk ist eher auf Komfort getrimmt und sorgt – gemeinsam mit der feinfühligen Lenkung – für präzises und unproblematisches Handling. Der neue ASX rollt im Spätherbst zu den Händlern. Die Preise sind noch nicht fixiert, der Einstieg (Fronttriebler/5-Gang) wird aber unter 20.000 Euro liegen.