Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 27.07.2019


Motor News

Hochbeiniger Japaner mit Doppelherz

Der Lexus UX will als kompakter Grenzgänger die Stadt erobern und gleichzeitig die Marke Lexus aus der Nische katapultieren. Wir haben dem Hochbeiner unter die Haube geschaut.

Der markante Kühlergrill wird sicher für interessierte Blicke in den Rückspiegeln der Konkurrenz sorgen.

© LetznerDer markante Kühlergrill wird sicher für interessierte Blicke in den Rückspiegeln der Konkurrenz sorgen.



Von Lukas Letzner

Innsbruck – Der Lexus UX verrät schon mit seinem Namen, was er eigentlich sein will, vorausgesetzt man weiß, wofür das U und das X stehen. Die Lexus Leute verkaufen ihn als „urban Crossover“ und tatsächlich treffen die Japaner damit genau in das bei uns so beliebte Kompakt-SUV-Herz. Mit seinen 4,50 Metern Länge und seinen 1,84 Metern Breite gehört er sogar zu den größeren Hochbeinern. Der Vorteil: Insassen lassen sich gut und gerne auch auf längere Dauer befördern. Sowohl vorne als auch in der hinteren Reihe genießen wir ordentliche Platzverhältnisse. Lediglich die abfallende Dachlinie – die dafür wirklich verdammt schick aussieht – bereitet größer gewachsenen Insassen gelegentlich Kopfzerbrechen. Als etwas knapp würden wir das Kofferraumvolumen einstufen. Im Standardtrimm schluckt der UX lediglich 401 Liter, wobei der Kofferraum dann sozusagen „Unterlippe-Oberkante“ gefüllt ist.

Wer sich für die von uns getestete F-Sport-Version entscheidet, der nimmt in ausgezeichnet konturierten Sitzen Platz, darf sich über die hochwertige Materialanmutung freuen und wird kinderleicht durch die Bedienelemente der Multimedia-Anlage fliegen.

Angetrieben wird der UX 250h vom bewährten Hybridantrieb aus dem Hause Lexus, wobei der Zwei-Liter-Verbrenner für die aktuelle Generation des Hybridantriebs komplett neu entwickelt wurde. Die Systemleistung beziffert Lexus mit ordentlichen 184 PS. Kraft ist nicht nur theoretisch ausreichend vorhanden, in unserem Test kamen wir immer entsprechend flott ums Eck. Wirklich beeindruckend war aber, wie geschmeidig das Zusammenspiel zwischen Benziner und dem elektrischen Helfer vonstatten geht. Früher konnte man die Wechsel zwischen Elektroantrieb und Fremdzünder deutlich wahrnehmen, heute muss man schon sehr genau darauf achten, wann die EV-Anzeige im Cockpit (sie steht für rein elektrisches Fahren) erlischt.

Der Lexus UX fährt sich aber nicht nur schneidig, er sieht auch genau so aus und sorgt regelmäßig dafür, dass Passanten einen Hexenschuss bekommen, wenn sie sich nach ihm umdrehen. OK, ganz so ist es vielleicht nicht, aber man fällt im Einheitsbrei des Stadtgewusels sicher auf. Das Paket hat aber auch seinen Preis: Unser Testwagen brachte es auf mindestens 48.690 Euro. Der Einstieg in den UX gelingt ab 36.990 Euro.

Die Technik

Motor: 2-Liter-Benziner

Hubraum: 1987 ccm

Drehmoment: 190 Nm bei 4400 U/min

Leistung: 112 kW/152 PS

L/B/H: 4495/1840/1540 mm

Gewicht: 1680/2110 kg

Kofferraumvolumen: 401 l

Tankinhalt: 43 l

Höchstgeschwindigkeit: 177 km/h

0 — 100 km/h: 8,7 Sekunden

Verbrauch: 5,4 l/100 Kilometer

Kraftübertragung: Allradantrieb

Preis: 48.690 Euro

CO2-Emission: 103 g/km