Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 10.08.2019


Motor News

Neue Schnellladetankstelle in Vomp

Kontinuierlich weitet der Ladelösungsspezialist da emobil sein Standortnetz aus – die jüngste Niederlassung eröffnete in dieser Woche im Bezirk Schwaz und bietet auch für E-Bikes Auflademöglichkeiten an.

Da-emobil-Geschäftsführer Alois Wach hat ehrgeizige Ziele: Bis zum Jahr 2025 soll das Ladenetz 250 Standorte umfassen.

© HöschelerDa-emobil-Geschäftsführer Alois Wach hat ehrgeizige Ziele: Bis zum Jahr 2025 soll das Ladenetz 250 Standorte umfassen.



Von Markus Höscheler

Vomp – „Normalerweise sind wir positive Schlagzeilen nicht gewöhnt“, sagt Karl-Josef Schubert. Der Bürgermeister von Vomp verweist auf die Luftgütemessstation entlang der Autobahn, die wiederholt besorgniserregende Werte aufgewiesen hat. Umso erfreulicher ist für ihn, dass in dieser Woche ganz offiziell eine neue Elektrotankstelle in der Industriestraße in Betrieb ging. „Der Ladepark Vomp leistet einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Luftqualität in der Region.“

Dafür hat da emobil, eine Tochtergesellschaft von Gutmann und Fiegl+Spielberger, mehrere hunderttausend Euro investiert. Mehrere Ladesäulen bieten sich für Elektrofahrzeuge aller Art an, sogar auch für E-Bikes. Die neue Einrichtung ist sogar geeignet dafür, den derzeit schnellsten Ladestandard zu bedienen, nämlich 150 Kilowatt. Dafür gerüstet sind allerdings noch die wenigsten verfügbaren Elektroautos, eines von ihnen ist der e-tron, den Audi offeriert. „Das ist die schnellste Ladesäule im gesamten Bezirk Schwaz“, stellt da-emobil-Geschäftsführer Alois Wach fest.

Sein Unternehmen ist noch ein ganz junges: Es existiert seit zwei Jahren. Jedoch war es zuletzt sehr aktiv: „Wir betreiben über 50 öffentliche Ladestationen in Österreich“, erklärt Wach. Dabei soll es keinesfalls bleiben, denn an einem konsequenten Ausbau wird gearbeitet: „Bis 2025 wollen wir 250 Ladestationen betreiben.“ Ziel des Vorhabens sei es, Marktführer in Westösterreich zu werden. Dabei arbeite da emobil mit verschiedenen Partnern zusammen, die Firma biete auch individuelle Software- sowie Hardwarelösungen an.

Recht einfach lässt sich der Ladevorgang mit einer da-emobil-Karte in die Realität umsetzen, auch mit anderen Karten, QR-Codes und Kreditkarten ist dies möglich. Ja nach Art des Stroms bewegt sich derzeit der Kilowattstundentarif zwischen 29 und 45 Cent (zum Vergleich: An der Haushaltssteckdose mit deutlich längeren Ladezeiten muss man derzeit mit einem Satz von 20 Cent kalkulieren). Mehr Transparenz in Sachen Tarif wird es Wach zufolge wohl im Herbst geben. Zur gleichen Zeit könnte sich womöglich auch etwas beim Wohnungseigentumsgesetz tun, denn hier gibt es Veränderungsbedarf, um die private Ladeinfrastruktur auf rechtlich gesicherter Basis ausbauen zu können.

„Derzeit haben wir in Österreich einen Fahrzeugbestand von rund fünf Millionen Stück, davon sind ca. 30.000 Elektroautos“, berichtet Wach. Er gehe davon aus, dass elektrifizierte Fahrzeuge bis zum Jahr 2030 einen Anteil von gut 20 Prozent erreichen werden. Zahlreiche Autohersteller haben jedenfalls grosso modo eine Elektroauto-Offensive angekündigt, die sich schon im heurigen Jahr ausgewirkt hat und die 2020 noch deutlicher wird: Dann legt sogar der Volumenhersteller Volkswagen mit der neuen Submarke IQ los.