Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 14.09.2019


Motor News

Land Rover Defender: Die Gelände-Ikone kehrt zurück

Der Hardcore-Offroader Defender ist wieder da, mit völlig neuer Technik und frischem Design – aber mit den alten, von Land Rover gepflegten Stärken.

Der neue Defender kommt im nächsten Frühjahr in den Handel.

© WerkDer neue Defender kommt im nächsten Frühjahr in den Handel.



Frankfurt/Main – Ein wenig verwundert darf die Branchenwelt immer noch darüber sein, dass sich Jaguar Land Rover entschieden hat, 2016 die Produktion des legendä­ren Defender einzustellen, ohne den Nachfolger bereits fertig entwickelt zu haben. Dass die alte Ausführung technisch massiv in Rückstand geraten war, auch die Sicherheit betreffend, war schon länger bekannt gewesen – dennoch ist es unüblich, ein etabliertes Segment vier Jahre lang nicht zu besetzen. Denn erst im kommenden Frühjahr wird Land Rover in der Lage sein, mit den Auslieferungen des neuen Offroaders zu beginnen.

Die Erwartungen sind jedenfalls hoch, erst recht nach der Enthüllung auf der Internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurt in dieser Woche. Von der Form her orientiert sich der neue Defender noch an jener des alten Geländegängers, aber das war es dann schon: Einige Design-Zitate orientieren sich klar am restlichen Modellprogramm von Land Rover, erst recht gilt dies für technische Spezialitäten. Bei der Karosserie handelt es sich beispielsweise um eine Aluminium-Monocoque-Konstruktion, die nicht nur Gewichtseinsparungen mit sich bringt, sondern auch einen deutlichen Zugewinn an Steifigkeit.

Innen gibt es mehr Platz hinsichtlich Ellenbogenfreiheit, die Türen wirken massiver, das Instrumentarium natürlich frischer; das Infotainmentsystem Pivi Pro zeigt, dass der Defender endlich im 21. Jahrhundert angekommen ist.

Der Hardcore-Offroader macht das, was die Konkurrenz von Mercedes bei der G-Klasse und Jeep beim Wrangler beherzigt: die höchstmögliche Vereinbarkeit von Geländetauglichkeit und Komfort zu schaffen. Auf der einen Seite verfügt der neue Defender natürlich über einen permanenten Allradantrieb mit einem Untersetzungsgetriebe, einem sperrbaren Mittendifferenzial und optional einer Hinterachs-Differenzialsperre. Auf der anderen Seite besteht die Möglichkeit, Software-Updates weltweit „over the air“ zu erhalten, den Defender in der 4,76 Meter langen 110-Variante als Fünfsitzer, als Sechssitzer oder als Siebensitzer zu nutzen. Hier kann sich der Defender einer Wattiefe von 900 Millimetern rühmen, ebenso der Anwendung eines erweiterten Terrain-Response-Systems und einer Bodenfreiheit von bis zu 291 Millimetern. Dort gibt es den Hinweis auf Schrauben- und Luftfederung sowie auf ein Stauvolumen, das von 646 bis 2380 Liter reicht.

Wer jetzt immer noch an der Geländegängigkeit zweifeln sollte, ist gut beraten, auf die Böschungs- und Rampenwinkel zu achten. Die Böschungswinkel vorne und hinten betragen 38 und 40 Grad, der Rampenwinkel wird mit 28 Grad angegeben. Zusätzlich kann der Defender mit dem Programm ClearSight Ground View bestückt werden: Hier liefern Kameras am Unterboden Bilder von der Bodenbeschaffenheit ins Fahrzeuginnere, um das Manövrieren zu optimieren.

Die zuvor kurz erwähnte 110-Variante wird die erste am Markt erhältliche Defender-Ausführung sein, die kürzere 90-Version folgt den Plänen des Herstellers zufolge gegen Ende des nächsten Jahres. Weitere Derivate sind angedacht. Anfangs will Land Rover das Modell mit vier konventionellen Aggregaten offerieren, im Laufe des nächsten Jahres ist ein Plug-in-Hybrid vorgesehen. Zunächst aber geht es los mit zwei Vierzylinder-Turbodieseln mit 200 und 240 PS sowie einem Vierzylinder-Benziner mit 300 und einem Sechszylinder-Benziner mit 400 PS.

Sechs Ausstattungsniveaus kommen für den neuen Defender in Frage: Basis, S, SE, HSE, First Edition und als Topversion X. Für den Defender 110 steht der vorläufige Basispreis schon fest: 65.700 Euro. Beim Defender 90 rechnet der Importeur vorläufig mit einem Einstiegspreis von 59.000 Euro (vorbehaltlich der finalen Homologation). (hösch)




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