Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 28.09.2019


Motor News

Renault Zoe zündet nächste Evolutionsstufe

Der Kleinwagen hat Renaults Elektromobilitäts-Strategie in den vergangenen Jahren maßgeblich vorangetrieben – nun legen die Franzosen bei Motorleistung, Akku-Kapazität und Infotainment nach.

Hinter dem Markenemblem am Vorderwagen verbirgt sich der Anschluss fürs Aufladen des Lithium-Ionen-Akkus.

© WerkHinter dem Markenemblem am Vorderwagen verbirgt sich der Anschluss fürs Aufladen des Lithium-Ionen-Akkus.



Olbia – Kaum ein Autohersteller war in den vergangenen Jahren so rührig wie Renault, als es um die Schaffung eines ernst gemeinten Angebots an elektrischen Fahrzeugen für interessierte Kunden ging. Dabei war das Unternehmen nicht nur hinsichtlich des alternativen Antriebs experimentierfreudig, sondern auch bezüglich der Kreierung unterschiedlicher Fahrzeugkonzepte. Der offene Twizy zum Beispiel ist immer noch ein Blickfang. Fürs Massengeschäft gedacht hingegen war allerdings der Kleinwagen Zoe, der ab 2013 mit einem 88 PS starken E-Motor und rund 210 Kilometern Normreichweite beworben wurde.

Damit erzielte Renault mehr als einen Achtungserfolg: Innerhalb von sechs Jahren gelang es dem Produzenten, circa 150.000 Einheiten weltweit abzusetzen. Allein im Vorjahr waren es in Europa 40.000 Stück. Jedoch: Das Marktumfeld hat nicht geschlafen, die Wettbewerber konter(te)n mit der Etablierung eigener Elektrofahrzeuge, die zunehmend über mehr Reichweite verfüg(t)en.

Renault schien dies nicht wirklich aus der Reserve zu locken, schon in den Vorjahren erfuhr der Zoe immer wieder eine Produktaufwertung. Mal war es die Verwendung eines stärkeren Motors, mal die Hereinnahme eines größeren Akkus in Verbindung mit mehr Alltagsnutzen dank einer erheblich größeren Reichweite.

Und genau in diesem Bereich spielt sich die nächste Evolutionsstufe des Zoe ab: Ab Spätherbst ist der elektrisch fahrende Kleinwagen mit einem neuen Akku erhältlich, der dank einer Kapazität von 52 Kilowattstunden über eine realitätsnahe WLTP-Reichweite von 395 Kilometern verfügt. Der Speicher bedient gleichzeitig einen neuen, noch stärkeren Elektromotor, der 135 PS leistet, ein maximales Drehmoment von 245 Newtonmetern entwickelt und den Zoe in 9,5 Sekunden von null auf 100 km/h beschleunigt. Maximal sind 140 km/h drin – so schnell und so ausdauernd war der Zoe noch nie.

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Damit die Leistungssteigerung auch optisch ihre Signale entfalten kann, hat Renault das Außendesign angepasst und den Innenraum mit Neuerungen versehen. Wichtig sind in diesem Zusammenhang die aufgeräumte Front mit knackigen Voll-LED-Scheinwerfern und frisch konzipiertem unteren Lufteinlass. Tagfahrleuchten in C-Grafik verleihen dem Fahrzeug eine stilgerechte Note.

Innen kommt vor allem das neue Infotainmentsystem Easy Link zum Tragen, welches das bisher verwendete R-Link Evolution ersetzt. Je nach Ausstattung ist der dazugehörige Touchscreen mit einer Diagonale von sieben beziehungsweise 9,3 Zoll versehen. Gegenüber früher ist die Bedienung nutzerfreundlicher, Updates erfolgen standortungebunden „over the air“ und die Verwendung von Apple CarPlay und Android Auto erleichtert die Anbindung gängiger Smartphones.

Der erneuerte Zoe glänzt außerdem mit verbesserten Lademöglichkeiten – nun ist sogar das Schnellladen von Gleichstrom mit einer Leistung von 50 Kilowatt an entsprechenden Ladesäulen möglich. Und nicht nur das: Dank des neuen Batterieladesystems „Chameleon Charger“ wird eine „breite Spanne von Ladeleistungen und Stromstärken“ abgedeckt.

In den Handel gelangt der überarbeitete Zoe im November – wobei Einstiegsversionen mit 108 PS starkem Elektromotor und einem 41-kWh-Akku im Programm bleiben. Der Basismotor lässt sich außerdem mit dem größeren Akku kombinieren. Den aktualisierten Zoe offeriert Renault ab 22.190 Euro. (hösch)




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