Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 12.10.2019


Motor News

Der Cargo-Profi als Saubermann

Ford setzt mit dem ersten Plug-in-Hybridler in der Eintonner-Nutzfahrzeug-Klasse wieder einmal Maßstäbe. Eine Mild-Hybrid-Variante folgt 2020.

Ford als Trendsetter bei den Nutzfahrzeugen: Ganz neu ist der Transit als Plug-in-Hybrid.

© WerkFord als Trendsetter bei den Nutzfahrzeugen: Ganz neu ist der Transit als Plug-in-Hybrid.



Von Walter Schrott

Stockhom — Kraftvolles Design, neue Antriebe, umfassende Konnektivität, mehr Komfort und mehr Nutzlast: So schickt Ford die nächste Generation der Transit-Familie auf die Straßen und will damit die Spitzenstellung im Segment der leichten Nutzfahrzeuge weiter ausbauen. Mit einer Modellvielfalt, die breitesten Ansprüchen gerecht wird. Ob Kastenwagen, Kombi, Bus oder Fahrgestell für Sonderaufbauten, ob mit Front-, Heck-, oder Allradantrieb, die Cargo-Profis sind maßgeschneidert für Transportaufgaben aller Art. Dafür gibt es fünf verschiedene Radstände, drei Dachhöhen und — laut Ford — 450 (!) Modell-Variationen.

Zu den bewährten 2.0-Dieseltriebwerken mit 105, 130 und 170 PS gesellt sich ein Aggregat mit 185 PS — ein Kraftwerk, das mit 415 Newtonmetern Drehmoment auch für satte Durchzugskraft sorgt. Für die Kraftübertragung sind je nach Modell ein 6-Gang-Schaltgetriebe oder eine 6-Gang-Automatik zuständig. Ab kommendem Jahr ist für die Modelle mit Heckantrieb zudem eine brandneue 10-Gang-Automatik verfügbar. Alle Motoren sind serienmäßig mit einer spritsparenden Start-Stopp-Funktion kombiniert.

Die ganz große Innovation: In einer Zeit, in der die Verringerung des CO2-Ausstoßes ein brennendes Thema und zugleich enorme Herausforderung für die Autobauer ist, zeigt Ford Flagge und bringt als erster Hersteller in der Eintonner-Klasse einen Plug-in-Hybridler. Die rein elektrische Reichweite liegt bei rund 50 Kilometern, damit ist im Kurzstrecken-Lieferverkehr ein beachtlicher emissionsfreier Betrieb gewährleistet. In Verbindung mit einem 120 PS starken 1.0 Turbo-Benziner steigt die Reichweite auf 500 Kilometer. Wobei der Verbrennungsmotor nicht das Fahrzeug antreibt, sondern als Range Extender die Batterie auflädt. Mit vier Fahrprogrammen kann der Fahrer entscheiden, wie oder wann die verfügbare Akkuladung genutzt wird. Ab Frühjahr 2020 übernimmt auf Wunsch ein Geofencing-Modul das Kommando und wechselt in Umweltzonen und individuell definierbaren Bereichen automatisch in den rein elektrischen Betrieb. Eine Mild-Hybrid-Version mit 48-Volt-Technologie für die Modelle mit zwei Tonnen Nutzlast komplettiert im kommenden Jahr vorerst die Elektro-Offensive von Ford, bevor 2021 ein rein batterieelektrischer Transit folgt. Auch in der Pkw-Sparte setzt Ford übrigens auf Elektromobilität. Jede Baureihe soll um mindestens eine Hybrid- oder rein elektrische Version erweitert werden.

Insgesamt wurden in der neuen Transit-Flotte 4600 Komponenten überarbeitet. Neue Assistenzsysteme erleichtern dem Fahrer die Arbeit und erhöhen die Sicherheit. Dazu gehören ein Fahrspurassistent, ein Pre-Collision-Assistent mit Fußgängererkennung sowie der Tempomat mit Verkehrszeichenerkennung. Der Totwinkel-Assistent samt Querverkehrswarnung (wichtig, wenn rückwärts rangiert wird) wurde um eine clevere Anhängerfunktion erweitert. Diese erkennt Verkehrsteilnehmer neben oder hinter dem Fahrzeug, dehnt die Überwachung auf eine Länge von bis zu zehn Metern aus und überwacht damit auch den toten Winkel des Anhängers.

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Fein gemacht die Fahrerkabine, die mit ergonomischen Sitzen, einer komplett neuen Armaturenlandschaft und einem topmodernen Infotainment-System besten Bedienkomfort mit hohem Wohlfühlfaktor verbindet. Ein Highlight ist der serienmäßige WiFi-Hotspot, der den Transit gemeinsam mit vielen praktischen Ablagen auch zum mobilen Büro macht.

Fazit: Das Transporter-Urgestein, das auf eine mehr als 50-jährige Erfolgsgeschichte zurückblicken kann und im zweiten Quartal 2019 mit 68.000 verkauften Exemplaren auf dem europäischen Markt erneut einen Rekord aufgestellt hat, ist für die Zukunft bestens gerüstet. Die neuen Transit-Modelle können ab sofort bestellt werden.




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