Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 09.11.2019


Toyota

RAV4: Technisch gereift, optisch en vogue

Fünf Generationen lang konnte Toyota an seinem Kompakt-SUV RAV4 feilen – die aktuelle Variante zeigt eine mutige Formensprache wie noch nie und hält am Firmenstolz fest: dem Hybridantrieb.

Ansprechende Optik, dynamische Fahrleistungen, empfehlenswerter Fahrkomfort und viel Platz: die neueste RAV4-Generation von Toyota.

© HöschelerAnsprechende Optik, dynamische Fahrleistungen, empfehlenswerter Fahrkomfort und viel Platz: die neueste RAV4-Generation von Toyota.



Von Markus Höscheler

St. Pölten – Japan ist paradox – das Land leidet seit knapp drei Jahrzehnten an Stagnation beziehungsweise Wachstumsschwäche, hat eine außergewöhnlich hohe Staatsverschuldung und eine im Durchschnitt recht alte Bevölkerung. Gleichwohl behauptet sich der Fernoststaat immer noch auf hohem Niveau, auch dank der international tätigen Autokonzerne. Toyota ist seit Langem vorbildlich unterwegs in Sachen Profitabilität, technischer Fortschritt und effiziente Industrialisierung. Ein stimmiges Beispiel dafür ist die To­yota New Global Architecture, eine sehr moderne Plattform, auf der immer mehr neue Baureihen des Herstellers basieren. Einen der jüngsten Neuzugänge stellt der RAV4 dar.

Das Kompakt-SUV, seit knapp 25 Jahren am Markt, erfährt mit dem Wechsel zur fünften Generation eine Design-Revolution. Markant und alles andere als langweilig fallen Kühlergrillgestaltung, die knapp geschnittenen Frontscheinwerfer, der Unterfahrschutz und die eckig gehaltenen Radhäuser sowie die schräg stehende Heckscheibe aus. Innen gibt es gegenüber den RAV4-Vorgängern eine spürbare Aufwertung bei den Materialien. Dominant und abgehoben sitzt etwa der acht Zoll große Touchscreen des Multimediasystems auf der Mittelkonsole. Bestückt ist der Bildschirm an den Rändern mit einigen praktischen Direktwahltasten, die Auflösung selbst ist zufriedenstellend hoch. Auf den Modezug, den Touchscreen mit einer Fahrer­neigung zu bedenken, ist Toyot­a nicht aufgesprungen.

Dafür folgt der Produzent einem anderen Trend – der Verabschiedung vom Diesel: Beim RAV4 verweigert der Anbieter ganz konsequent den Einbau der nicht mehr ganz so populären Selbstzünder und bietet ihn dafür wahlweise mit einem reinen Benzinmotor oder – bevorzugt – mit Hybridtechnik an.

Am Markt hat sich diese Lösung als tragfähig erwiesen, vor allem dank des beliebten Prius. Beim RAV4 leisten ein 2,5-Liter-Vierzylinder-Benziner und ein Elektromotor zusammen 222 PS (im Falle des von uns gefahrenen Allrads, der Fronttriebler verfügt über vier PS weniger). Das Kraftangebot reicht für sportliche Fahrleistungen, denn der 4,6 Meter lange und knapp 1,7 Tonnen schwere Wagen beschleunigt in 8,1 Sekunden von null auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit ist mit 180 km/h beschränkt – um ja den Treibstoffkonsum nicht in unermessliche Höhen zu treiben. Infolge des hohen Autobahnanteils beim hier vorliegenden TT-Test zeigte der Bordcomputer einen Durchschnittsverbrauch von 7,4 Litern je 100 Kilometer an. Angesichts der Fahrpraxis ist das akzeptabel, mit etwas Zurückhaltung ließe sich noch einiges einsparen – wenngleich der Normwert von 4,4 Litern je 100 km wohl unerreichbar bleiben wird.

Beachtung verdienen im Weiteren das hohe Maß an Fahrkomfort, die sichere Traktion, das großzügige Raumangebot für Personen und Ladegut (Kofferraum: 580 bis 1690 Liter) und das Niveau der Sicherheitsausstattung. Das alles hat aber seinen Preis – die VIP-Ausstattung hat maßgeblichen Anteil am Testwagenpreis von 50.490 Euro. Zum Vergleich: Die Basisversion mit Frontantrieb und ohne Hybrid kostet ab 32.990 Euro.

Technik

Motor: Vierzylinder-Benziner, E-Motor
Hubraum: 2487 ccm
Drehmoment: 221 Nm bei 3600 U/min
Leistung: 163 kW/222 PS
L/B/H: 4600/1855/1685 mm
Gewicht: 1675/2225 kg
Kofferraumvolumen: 580 — 1690 l
Tankinhalt: 55 l
Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h
0 — 100 km/h: 8,1 Sekunden
Verbrauch: 7,4 l/100 Kilometer
Kraftübertragung: Allradantrieb
Preis: 50.490 Euro
CO2-Emission: 102 g/km