Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 16.11.2019


Motor News

Skoda Octavia: Der Bestseller legt neuerlich vor

Škoda bringt in wenigen Wochen die vierte Generation des Octavia – der dank einer Rundum-Aufwertung das Zeug hat, ein Verkaufsschlager zu bleiben.

Breiter Kühlergrill, schmal gezeichnete Frontscheinwerfer: Das sind die neuen Merkmale der vierten Octavia-Generation von Škoda.

© 41,189Breiter Kühlergrill, schmal gezeichnete Frontscheinwerfer: Das sind die neuen Merkmale der vierten Octavia-Generation von Škoda.



Von Gerhard Kuntschik

Prag – Für Škoda-Vorstands­chef Bernhard Maier ist er „das Herz unserer Marke“. Für seinen Österreich-Geschäftsführer Max Egger ist er „der Liebling der Österreicher“. Kein Wunder, hat doch der Octavia im Auslaufjahr seines Modellzyklus heuer den VW Golf von der Spitze der Bestseller verdrängt. 6,5 Mio. Einheiten der ersten drei Generationen seit 1996 wurden verkauft, ein Bestseller ist er nicht nur in Österreich. Die Kombi-Variante ist die meistverkaufte in Europa. Kein Wunder, dass die Weltpremiere des Škoda Octavia IV in Prag eine pompöse war. In der tschechischen Nationalgalerie waren Ministerpräsident Andrej Babis und rund 650 weitere Gäste dabei, die tschechische Philharmonie spielte zur Untermalung.

„Mit der neuen Generation ist ein großer Wurf gelungen“, befand nach ersten Eindrücken auch Österreich-Chef Egger. Sofort auffällig: Der Octavia rückt ganz klar in die Mittelklasse auf. Modern im Design, technisch klar aufgerüstet. Dabei sind die Außenmaße fast ident zum Vorgänger: nur 22 Millimeter länger, 15 breiter und dabei drei Millimeter niedriger – samt einem Plus beim ohnedies schon großzügigen Laderaum für Limousine und Kombi. Er bleibt das „Raumfahrzeug“.

Wenn der Chef von Škodas Außendesign, der Steirer Karl Neuhold, über sein jüngstes „Baby“ spricht, bekommt er bei der Erklärung der fließenden Formen, der gelungenen neuen Front und des coupéhaften, daher sehr dynamischen Hecks leuchtende Augen: „Was wir beim neuen Octavia beibehielten, waren die wichtigsten Erkennungsmerkmale: Funktionalität, Emotion, Eleganz“, sagt er.

Beibehalten wurden auch die meisten Karosserieformen und Ausstattungen, es kommen zu Limousine und Kombi wieder ein RS, ein Scout, nur die Luxusvariante Laurin & Klement wird in Österreich nicht angeboten, „weil unsere Ausstattungen ohnedies fast vollständig sind“, erklärt Egger. Und bekennt auch, dass „die Nummer-eins-Position uns verpflichtet, beim neuen Octavia noch einmal mehr zu bieten und Benchmark im Segment zu bleiben“.

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Drei Benziner (110 bis 190 PS, wahlweise bei 110 und 150 auch als Mildhybrid), drei Diesel (116 bis 200), CNG (130) und wenige Wochen nach dem Marktstart im zweiten Quartal 2020 auch ein Plug-in-Hybride als 1,4 TSi mit 204 PS, 350 Newtonmetern und Sechsgang-DSG werden angeboten. Fahrleistungen und Verbrauch: Spitze 206 bis 235 km/h, 200 bis 400 Nm, 4,0 bis 5,2 l/100 km (WLTP, 106 bis 141 g CO2 – aber erst drei von 14 Varianten sind homologiert!).

Im virtuellen Cockpit mit neuem Multifunktionslenkrad kommt ein Head-up-Display dazu, beim DSG kommt erstmals Shift-by-wire-Technik, etliche Assistenten sind völlig neu bei Škoda: Ausfahrts- und Umgebungsverkehrswarner, Kollisionsvermeidung, der neue Spurhalter, der Stauassistent und ein neues System zum Insassenschutz bei Überschlägen. Das Mitteldisplay ist nun größer, das Infotainment entstammt der neuesten Generation MIB3, Vernetzung ist immer möglich. Und natürlich gibt es wieder „Simply clever“-Details: Zwei Smartphone-Halterungen vorn, Fangnetze im Laderaum mit Taschenhalter-Haken, Schirm in der Ablage der Fahrertür, elektrische Aktivierung des Abschlepphakens usw.

Marketingvorstand Alain Favey, der ehemalige Porsche-Holding-Vorstand in Salzburg, betonte: „Die Kosten für Anschaffung und Erhaltung des neuen Octavia werden durch Effizienz und neue Antriebe niedriger sein als beim Vorgänger.“ Bei der heimischen Premiere auf der Wiener Autoshow im Jänner sollen auch die Preise feststehen. Parallel wird auch der bisherige Octavia im ersten Halbjahr 2020 abverkauft.