Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 23.11.2019


Motor News

Alfa Romeo: Guilia spurt jetzt richtig

Mehr Digitalisierung und Assistenzsysteme: Alfa Romeo spendiert seinen beiden Schönheiten Giulia und Stelvio ein schmackhaftes Technik-Update.

„Die“ Giulia und „der“ Stelvio – Alfa Romeos schönes Geschwisterpaar ist nun auch digital und in Sachen Assistenzsysteme wieder auf dem letzten Stand.

© Werk„Die“ Giulia und „der“ Stelvio – Alfa Romeos schönes Geschwisterpaar ist nun auch digital und in Sachen Assistenzsysteme wieder auf dem letzten Stand.



Von Stefan Pabeschitz

Bari – Die gute Nachricht zuerst: Giulia und Stelvio sind nach wie vor feingewuchtete, perfekt balancierte Fahrmaschinen erster Güte, die nicht nur ihren Piloten pure Freude machen, sondern mit ihrem Anblick auch allen anderen Verkehrsteilnehmern. Nur digital galten sie bisher als eher geringfügig beschäftigt. In den Erscheinungsjahren 2016 und 2017 waren Navigationssystem, Abstands-Tempomat und Totwinkel-Warner noch ausreichend gesellschaftsfähig, aber das allgemeine Elektronik-Wettrüsten hat die Latte inzwischen bedeutend höher gelegt.

Jetzt bringt Alfa Romeo seine beiden Flaggschiffe wieder auf den letzten Stand: Ab dem Modelljahr 2020 erfüllen sie alle Anforderungen für autonomes Fahren des Level 2 – was so viel bedeutet, als dass das Fahrzeug unter bestimmten Bedingungen die Steuerung von Gaspedal, Bremse und Lenkung selbsttätig übernimmt. Die dafür notwendigen Einzelsysteme sind ein aktiver Spurhalte- und Totwinkel-Assistent mit selbsttätigen Lenkeingriffen, ein erweiterter Adaptiv-Tempomat in Kombination mit automatischer Verkehrszeichenerkennung, der die gefahrene Geschwindigkeit an die ausgeschilderten Tempolimits anpasst und das Fahrzeug sowohl in Stau- als auch Autobahnbetrieb in der Mitte der Spur hält.

In der Praxis funktionieren diese Systeme zuverlässig und lassen sich von zeitweise unterbrochenen Bodenmarkierungen nicht verwirren. Lediglich gelbe Linien, etwa in Baustellenbereichen, werden nicht korrekt registriert – was schade ist, weil die teilautonome Unterstützung gerade in Gegenverkehrs-Passagen äußerst hilfreich wäre. Allerdings sind hier die elektronischen Helfer der Mitbewerber gleichwertig überfordert. Es ist eben keine elektronische Revolution, sondern eine Evolution – und die dauert allgemein ein wenig.

Auch bei den Online-Services bessern die Italiener gehörig nach: Unter Alfa Connected Services sind Funktionen wie etwa Fernzugriff über Smartphone oder -watch samt Öffnen und Schließen des Fahrzeugs, Betriebsdatenabfrage, Übertragung von Navigationsdaten einerseits und die Einspielung von Wetter-, Verkehrs- und Blitzer-Informationen andererseits zusammengefasst. Außerdem sind eine direkte Not- und Pannenruffunktion sowie Kontakt zum Alfa-Romeo-Kundendienst integriert. Auch Einbruchs- und Diebstahl­alarm werden direkt aufs Handy übertragen.

Im Innenraum wurden zusammen mit dem digitalen Update kleine Retuschen vorgenommen, hauptsächlich als Reaktion auf Kunden-Feedback. Etwa gibt es nun einen Doppel-Becherhalter in der Konsole und eine Smartphoneablage mit induktiver Ladefunktion.

Neu gestaltet wurde auch die Grafik des Multimediasystems, statt in Listenmenüs nun mit den allseits beliebten Kacheln und App-Symbolen ausgeführt. Dazu passend ist der nach wie vor formschön in der Armaturenbrett-Abdeckung untergebrachte Bildschirm nun außer über den Rotary Pad genannten Drehknopf in der Mittelkonsole auch als Touchscreen bedienbar. Zuletzt ist zwischen die beiden klassischen Zeiger­instrumente ein neues TFT-Display mit variabler Anzeige eingezogen.

Übersichtlicher ist auch die Gliederung der Modellvarianten geworden: Die jeweiligen Einstiegsmodelle von Giulia und Stelvio tragen keine weitere Bezeichnung, darüber angesiedelt heißen sie Super, gefolgt von Sprint, Veloce und der Top-Version Quadrifoglio. Der jeweilige Zusatz Ti in den mittleren Stufen steht für zusätzliche Luxus- und Komfort-Ausstattung. Die Preise für die beiden aufgewerteten Alfa Romeo-Baureihen werden demnächst bekannt gegeben.